«Zum Glück gabs keine Toten»

Feuersbrunst: Meterhoch schlagen die Flammen aus dem Dach der «Rebstock»-Liegenschaft an der Schattengasse. (Tobias Ressnig)

«Zum Glück gabs keine Toten»

Feuersbrunst: Meterhoch schlagen die Flammen aus dem Dach der «Rebstock»-Liegenschaft an der Schattengasse. (Tobias Ressnig)

Sie haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren: Wirtin Erika Eggspühler und Klubbesitzer Vincenzo Taormina kämpfen nach dem Grossbrand im Klingnauer «Rebstock» mit den Emotionen.

Michael Hunziker

Sie suchen nach den richtigen Worten, stehen traurig vor der Brandruine an der Klingnauer Schattengasse. «Rebstock»-Wirtin Erika Eggspühler war bei Brandausbruch am Samstagnachmittag damit beschäftigt, ein Raucherzelt aufzubauen. Klubbesitzer Vincenzo Taormina kümmerte sich um die Organisation eines Festes zu seinem
33. Geburtstag. Beide blicken in eine ungewisse Zukunft. Einziger Trost sei – darin sind sie sich einig –, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. «Zum Glück gabs keine Toten.»

Dieser Aussage stimmt Mario Lerf, Kommandant der Feuerwehr Döttingen-Klingnau, zu. «Unseren Auftrag ‹Retten, halten, löschen› haben wir erfüllt», sagt Lerf. Und: Die rund 180 Feuerwehrleute hätten eine Top-Leistung gezeigt. Sein Eindruck sei durch die Reaktionen von Betroffenen und Anwohnern bestätigt worden. «Für unseren Einsatz haben wir von verschiedenen Seiten Lob erhalten», ist der Feuerwehrkommandant zufrieden. Übrigens: Derjenige Feuerwehrmann, der beim Einsatz verletzt worden war, konnte bereits wieder nach Hause zurückkehren.

Die Feuerwehr Döttingen-Klingnau sei sehr schnell vor Ort gewesen, stellt Lerf rückblickend fest. Bereits auf der Anfahrt sei Unterstützung angefordert worden. Denn: «Ein Brand in einer Altstadt ist immer heikel», gibt der Feuerwehrkommandant zu bedenken. Mit Grossbränden hat Lerf Erfahrung. In Erinnerung sind die Feuersbrünste bei der Häfeli-Brügger AG im Jahr 2008 sowie auf dem Hiag-Areal 2006. «Ein solches Ereignis lässt den Puls in die Höhe schnellen. Da müssen alle möglichen Mittel zur Verfügung stehen», meint Lerf.

Gemäss Kantonspolizei steht fest, dass ein Schaden von rund 3Millionen Franken entstanden ist und dass der Brand in der Wohnung im zweiten Stock ausgebrochen ist. Aber auch gestern Montagnachmittag war die Brandursache im einsturzgefährdeten Gebäude gemäss Informationschef Rudolf Woodtli nicht bekannt. Die Brandwache wurde in der Nacht auf heute aufrechterhalten. Die Durchfahrt bleibt erschwert.

Meistgesehen

Artboard 1