Döttingen AG
Zugunfall in Döttingen geklärt: Lokführer überfuhr rote Ampel

Die Ursache des Bahnunglücks im aargauischen Döttingen vom Montag ist weitgehend geklärt. Der Lokführer des S27-Regionalzuges hatte bei der Wegfahrt aus dem Bahnhof ein Signal überfahren.

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Unmittelbar am Bahnhof Döttingen kam es zu einem Zusammenstoss einer S-Bahn mit einer Güterlokomotive

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Plötzlich gab es einen heftigen Knall: Eine Güterlokomotive kollidiert am Montag um 12.10 Uhr mit dem S27-Regionalzug beim Bahnhof Döttingen. Acht Passagiere verletzen sich, darunter ein Mann mittelschwer.

Nun ist die Ursache der Streifkollision weitgehend geklärt: Nach ersten Erkenntnissen der noch laufenden Untersuchung der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach ist der Unfall auf menschliches Versagen zurückzuführen. Der Lokführer des S27-Regionalzuges hatte bei der Wegfahrt aus dem Bahnhof Döttingen ein Lichtsignal überfahren und die heranfahrende Güterloki übersehen.

Strecke ist komplett ausgerüstet

Die SBB betonten gestern auf Anfrage der az, dass auf der Strecke zwischen Baden und Koblenz eine Zugsicherung besteht. «Diese Strecke ist mit einem automatischen Bremssystem ausgerüstet, wie jede andere Bahnstrecke in der Schweiz auch», sagt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi.

Deshalb wollen die SBB selbst noch nicht vollumfänglich von menschlichem Versagen sprechen. «Unsere interne Untersuchung läuft auf Hochtouren. Wir werden unter anderem die involvierten Lokführer noch befragen sowie die Technik untersuchen», so Pallecchi weiter.

Doch warum hat das automatische Bremssystem nicht reagiert? Waren nebst dem menschlichen Versagen die Gleise defekt? «Die Untersuchungen laufen», so die SBB mit kurzem Kommentar dazu.

Verletzte konnten Spital verlassen

Klar ist hingegen: Alle verletzten Fahrgäste konnten das Spital in der Zwischenzeit wieder verlassen. Auch der Passagier, der sich am Montag «mittelschwer» verletzt hatte, konnte das Spital noch am selben Abend wieder verlassen. Der Verdacht auf schwere Rückenverletzungen hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, wie Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau bestätigt.

So darf nach der Streifkollision, bei der es auch eine Frontalkollision hätte ergeben können, durchaus von Glück im Unglück gesprochen werden. Das sieht auch Bernhard Graser so: «Sie müssen sich einen heftigen Aufprall vorstellen und im Zug war niemand angegurtet. Es hätte auf jeden Fall schlimmer enden können.»

Beim Zusammenstoss ist trotzdem ein Sachschaden in Millionenhöhe entstanden. Die Strecke im unteren Aaretal konnte gestern Morgen kurz vor 6 Uhr wieder freigegeben werden. (sha)

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