Matthias Kessler

«Es tut uns Leid für den Anlass», sagt Oliver Martitsch-Kreiner. Schweren Herzens, so der OK-Präsident des Dietiker Seifenkistenrennens «Disere» an der Weinbergstrasse, von Exponenten der Pfadi St. Ulrich veranstaltet, habe man sich zur Absage der dieses Jahr am 3. Mai geplanten Veranstaltung für Kinder und Jugendliche durchringen müssen. Bis zum offiziellen Anmeldeschluss seien weniger als zehn Anmeldungen eingetroffen - eine Teilnehmerzahl, die in keinem Verhältnis zum personellen und finanziellen Aufwand stehe, der am Rennwochenende und für die Vorbereitungen in den Tagen zuvor betrieben werden müsse. «Immerhin sperren wir für das Rennen ein ganzes Quartier», so Martitsch-Kreiner.

42 - 41 - 45 - 46 - und dann 19

Die diesjährige Ausgabe des Rennens wäre die 15. gewesen; bereits früher waren in Dietikon allerdings Seifenkistenrennen organisiert worden. Ein Anlass mit Tradition also - und in den zurückliegenden Jahren hatte auch nichts auf Probleme mit zu wenig Anmeldungen hingedeutet, starteten doch im Jahr 2004 insgesamt 42 junge Fahrerinnen und Fahrer, im Jahr 2005 waren es 41 Teilnehmende und in den Jahren 2006 und 2007 schliesslich gar 45 respektive 46 Mitmachende. Ein grosser Einbruch erfolgte dann jedoch im letzten Jahr: Die Rangliste zieren nur noch 19 Namen.

Entscheid in Kürze zu erwarten

Eine Abnahme, die laut Martitsch-Kreiner auch andere Veranstalter von Seifenkistenrennen feststellen mussten. «Wir dachten, dass sich die Leute im Jahr der Fussball-EM anders ausgerichtet hatten und deshalb keine Zeit fanden, an der eigenen Seifenkiste zu bauen», sagt er. Nun zeige sich, dass der geringe Zuspruch im vergangenen Jahr eine andere Erklärung haben müsse. Diese sei nicht einfach zu finden. «Bei uns geht es um den Plausch», erklärt er, «wir machen eine Veranstaltung für Kinder und Jugendliche. Wenn wir Erwachsene mitfahren lassen würden, hätten wir allenfalls genug Anmeldungen gehabt». Doch das sei nicht Sinn und Zweck des «Disere».

Ob und, falls ja, wie es mit dem Dietiker Seifenkistenrennen weitergeht, ist gemäss dem OK-Präsidenten noch gänzlich unklar. Die Organisatoren würden sich zusammensetzen und mögliche Änderungen und Alternativen diskutieren, so Martitisch-Kreiner. Diese Gespräche wolle man in den nächsten Wochen führen.