Basel

Zollfahnder entdecken Heroin im Wert von drei Millionen Euro in zwei Lastwagen

Deutsche und Schweizer Zollfahnder haben in der vergangenen Woche am Autobahnzoll Basel-Weil bei einer Kontrolle zweier Lastwagen derselben Transportfirma rund 24,6 Kilogramm Heroin entdeckt. Die beiden türkischen Fahrer wurden festgenommen.

Erfahrung, Instinkt und Glück: Diese Mischung ist für einen rekordverdächtigen Heroinfund mitverantwortlich. Die Zöllner liessen sich am vergangenen Dienstagmorgen davon leiten, als sie entschieden, zwei Sattelschlepper zu kontrollieren und dabei 24,6 Kilo ungestrecktes Heroin fanden. Die Menge entspreche einem Marktwert von einer Million Euro. Gestreckt im Strassenverkauf könne das Heroin bis zu drei Millionen Euro einbringen, hiess es an der gestrigen Medienkonferenz.

Heroin im Wert von 3 Millionen Euro in Basel gefunden

Heroin im Wert von 3 Millionen Euro in Basel gefunden

Basel - 27.9.16. - Deutsche und Schweizer Zollfahnder haben in der vergangenen Woche am Autobahnzoll Basel-Weil am Rhein (D) bei einer Kontrolle zweier Lastwagen rund 24,6 Kilogramm Heroin entdeckt. Am Dienstag präsentierte der Zoll den Fund der Öffentlichkeit.

Die beiden Lastwagen mit türkischen Nummernschildern wollten beim Zoll Basel/Weil am Rhein-Autobahn in die Schweiz einreisen. Jeden Tag passieren 3900 Lastwagen diese Grenze, nur wenige werden kontrolliert. Die beiden Chauffeure gaben an, sie hätten den Auftrag, Waren zu laden. Leer waren sie zwar, aber ein Drogenschnelltest in den Führerkabinen zeigte: Beide Lenkräder waren kontaminiert mit Opiaten. Aber wo waren die Drogen?

Ein hochprofessionelles Versteck

Der Spürhund musste an die Arbeit. Er gab immer auf Höhe der Achsen klare Signale. Die Zöllner krochen unter die Lastwagen, fanden aber erst eine unter einer Metallplatte versteckte Öffnung, als sie die Achsen genauer untersuchten. Es war der Zugang zu einem «hochprofessionellen Versteck», wie es Zollinspektor Rolf Tschudi nannte. «Wir hätten keine Chance gehabt, das Versteck auf Anhieb zu finden.»

Mit einem Videoskop untersuchten sie das Innere der Achsen genauer und fanden Heroin. «Wir haben keine weiteren Achsen mehr kontrolliert», sagte Tschudi. «Rauschmittel-Schmuggel ist ein Fall für die Polizei.» Weil die Zollstelle auf deutschem Staatsgebiet ist, übergaben die Schweizer Zöllner den Fall den deutschen Behörden. Diese bauten die Achsen der zwei Lastwagen aus und leerten die Drogenverstecke.

Im ersten Sattelschlepper fanden sie nur noch Heroin-Reste. «Es sah aus wie Lehm und klebte an der Innenseite der Achsen», sagte die Zollamtsrätin Silke Jakobi. Knapp fünf Kilogramm kratzte die Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes aus den Achsen. Die drei Achsen des zweiten Sattelschleppers waren noch vollständig gefüllt. 64 Päcklein mit insgesamt 19 Kilogramm Heroin konnten die Ermittler sicherstellen. Die Päckchen konnten sie einfach aus der engen Achse ziehen. Sie waren wie Salami mit einer Schnur verbunden.

Spur zu Hintermännern suchen

Die beiden türkischen Staatsangehörigen sitzen in Untersuchungshaft. Sie müssen mit einer Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren rechnen. «Es ist davon auszugehen, dass sie Bescheid wussten, was sie transportieren», sagte Frank Denner, der Leiter des Zollfahndungsamts Stuttgart. Bei einem Fahrer habe man neben den Drogen 28 000 Euro Bargeld gefunden.

Die Ermittler versuchen nun, an die Hintermänner und weitere Beteiligte zu gelangen. «Es ist anzunehmen, dass es sich um bandenmässigen Drogenschmuggel handelt», sagte Oberstaatsanwalt Rainer Hornung von der Staatsanwaltschaft Lörrach.

Woher die Drogen kommen und wohin die beiden Chauffeure die Ladung hätten bringen sollen, könne man noch nicht sagen. Über die Route der Lastwagen wisse man nur, dass sie zu unterschiedlichen Zeiten von der Türkei über Bulgarien und Österreich nach Deutschland eingereist waren. Ursprünglich hatten sie gefrorenen Fisch geladen.

An den Grenzen in der Region Basel werden regelmässig Drogen sichergestellt. Ein Anstieg der Schmuggeltätigkeiten ist gemäss den Verantwortlichen derzeit nicht festzustellen.

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