Hauseinsturz

Zahl der Toten nach Hauseinsturz in Neu Delhi steigt

Beim Einsturz eines fünfgeschossigen Hauses in Neu Delhi sind am Montag mindestens 66 Menschen ums Leben gekommen. Rund 130 weitere wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums der indischen Hauptstadt verletzt.

Unter den Trümmern werden weitere Opfer vermutet, wie Delhis Ministerpräsidentin Sheila Dikshit 15 Stunden nach dem Einsturz sagte. Sie seien aber wohl tot. Rettungskräfte waren im Einsatz, auch Spürhunde halfen bei der Suche nach Verschütteten.

Die Nacht hindurch suchten Feuerwehrleute und Anwohner in den Trümmern teils mit blossen Händen nach Verschütteten. Augenzeugen berichteten von verzweifelten Rufen der Eingeschlossenen. Regen und Dunkelheit behinderten den Bergungseinsatz, zudem wurden die Rettungsarbeiten durch Stromausfälle erschwert.

Wegen der engen Gassen im dicht besiedelten Viertel Lalita Park im Osten der Stadt hatte die Feuerwehr Mühe, den Unglücksort zu erreichen. Anwohner beklagten, es habe 45 Minuten gedauert, bis die Rettungskräfte eingetroffen seien. Auch schweres Bergungsgerät konnte nicht zu dem eingestürzten Haus gefahren werden.

Schlecht gebaut

Nach Angaben der Behörden war das Haus - wie auch andere in der Nachbarschaft - illegal in der Nähe des Flusses Yamuna errichtet worden. Die in diesem Jahr extrem starken Monsun-Regenfälle und das darauf folgende Hochwasser beschädigten möglicherweise das Fundament.

Dieses sei nur für drei und nicht für fünf Stockwerke ausgelegt gewesen, berichtete die indische Nachrichtenagentur PTI. Andere Häuser in der Gegend wurden evakuiert.

In dem 15 Jahre alten Gebäude wohnten etwa 200 Menschen. Die meisten Bewohner waren Wanderarbeiter und ihre Familien, die aus den verarmten Bundesstaaten Bihar und West-Bengalen in die Hauptstadt gekommen waren.

"Beispiellose Tragödie"

Ministerpräsidentin Dikshit sprach von einer beispiellosen Tragödie. "Ich glaube nicht, dass es in der jüngeren Vergangenheit zu einer solchen Tragödie in Delhi gekommen ist." Das Gebäude sei vermutlich illegal erbaut worden.

Ein Polizist sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Besitzer des Hauses sei bereits ermittelt worden und werde in Kürze vernommen. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Totschlags gegen ihn.

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