Zahl der Erdbebenopfer bei 272 - Berlusconi zieht Camping-Vergleich

Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in Italien mit mindestens 272 Toten schwinden die Chancen, weitere Überlebende zu finden. Trotzdem geben die Menschen die Hoffnung nicht auf. 8500 Helfer befürchten, dass noch dutzende Opfer unter den Trümmern begraben liegen.

Bis Ostern geht die Suche im Erdbebengebiet der Abruzzen weiter. "Dann werden die zerstörten und beschädigten Häuser gesichert, und der Wiederaufbau wird beginnen", kündigte Italiens Innenminister Roberto Maroni an.

In L'Aquila wurde zuletzt am Dienstagabend eine 21-Jährige lebend geborgen. Die Rettungsarbeiten wurden erneut durch heftige Nachbeben erschwert, durch die mindestens ein weiterer Mensch ums Leben kam.

Nach Regierungsangaben wurden beim schwersten Erdbeben in Italien seit 30 Jahren insgesamt 1179 Menschen verletzt, rund 17 000 verloren ihr Zuhause.

Die meisten Obdachlosen wurden in Zeltlagern untergebracht. In L'Aquila übernachteten aber erneut dutzende Menschen bei eisigen Temperaturen in ihren Autos.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi seinerseits sorgte für Kopfschütteln, indem er die Lage der obdachlos gewordenen Erdbebenopfer mit Campingferien verglich.

Den in den Zeltlagern untergebrachten Menschen fehle es an nichts, sagte er dem Fernsehsender NTV bei einem Besuch vor Ort. Sie hätten warmes Essen und medizinische Versorgung.

Staatspräsident Giorgio Napolitano kündigte an, das betroffene Gebiet am Donnerstag zu besuchen. Auch Papst Benedikt XVI. will "so bald wie möglich" in die Region reisen.

Nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA ist für Karfreitag ein offizielles Staatsbegräbnis für die Todesopfer geplant.

Die materiellen Schäden für die italienische Wirtschaft werden auf bis zu drei Milliarden Euro geschätzt. Die Regierung in Rom bat die EU-Kommission um finanzielle Unterstützung.

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