«Wir wollen keine Stadtautobahn»

Kritische Stimmen an der Gemeindeversammlung Laufenburg zum Ausbau der Baslerstrasse

Die Gemeindeversammlung von Laufenburg gab zwei Grossprojekten grünes Licht: der Sanierung der Werkleitungen in der Altstadt und dem Ausbau der Baslerstrasse. Die Verpflichtungskredite betragen zusammen 8,6 Millionen Franken.

Der Gemeindeversammlung am Freitag lagen ausser der Altstadtbrückensanierung (die AZ berichtete darüber) noch weitere Bauvorhaben zur Abstimmung vor. Keine Diskussion löste die geplante Sanierung der Werkleitungen in der Altstadt aus. Das mit 3,8 Millionen Franken angesetzte Projekt wurde mit grosser Mehrheit angenommen. Baubeginn ist laut Ressortleiter Carlo Alfano im Mai 2010 mit dem ersten Abschnitt zwischen Rhytörli und dem ehemaligen «Wilden Mann». Bis Ende 2011 sollen sämtliche Abschnitte beendet sein. Die Oberflächengestaltung der Strasse ist ein separates Verfahren. In dem Zusammenhang genehmigte die Versammlung 20 000 Franken für eine Machbarkeitsstudie bezüglich alternativer Wärmeerzeugung.

Strasse: Rückweisungsantrag

Deutlich mehr zu reden gab der Antrag für einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 4,8 Millionen Franken für den Ausbau der Baslerstrasse. Martin Leuenberger stellte einen Rückweisungsantrag. Er äusserte Zweifel an dem geplanten Mehrzweckstreifen (die AZ berichtete darüber): «In Stein gibt es etliche Unfälle mehr, seit es den Streifen gibt», berichtete er. Mit Unverständnis reagierte er zudem auf das Fehlen eines Kreisels anstelle der Abbiegung in die Kaisterstrasse. «Ein versetzter Kreisel, wie in Frick geplant, wird in Laufenburg nicht verfolgt», so Leuenberger. Planer Peter Hofmann vom Büro Koch und Partner sagte dazu: «Ein Kreisel, der den Lastwagenverkehr aufnehmen kann, braucht sehr viel Platz. Wenn nicht Liegenschaften in Mitleidenschaft gezogen oder abgerissen werden, ist es nicht möglich», betonte Hofmann. Zum kritisierten Mehrzweckstreifen sagte er: «Er ist verkehrstechnisch gut, wenn auch ungewohnt.»

Leuenberger war mit seiner Kritik nicht alleine. Mehrere Bürgerinnen und Bürger bezeichneten den Mehrzweckstreifen als unausgereift, nicht praktikabel und verkehrsgefährdend. «Die Sanierung der Baslerstrasse ist ein teures Projekt, das noch mehr Chaos verursacht», hiess es. Und: «Es wird eine Einladung an die deutschen Fahrer, weil die Durchfahrt attraktiver wird. Wir brauchen keine Stadtautobahn.»

Stadtammann Rudolf Lüscher stellte klar: «Die Baslerstrasse muss saniert werden. Was wir bekommen, ist eine Verbesserung für alle Verkehrsteilnehmer.»

Die Mehrheit der 170 Stimmberechtigten folgte Lüschers Rat, dem Vorhaben zuzustimmen. Martin Leuenbergers Rückweisungsantrag wurde abgelehnt. Somit wird das Laufenburger Nadelöhr ab Herbst 2010 zur Grossbaustelle. In dem Zusammenhang berichtete Stadtrat Bernhard Weiss, dass die seit langem geplanten Lärmschutzwände an der Baslerstrasse Ende 2010 oder 2011 realisiert werden sollen.

Eine grosse Zustimmung erhielt der Antrag auf einen Kredit von 180 000 Franken für die Sanierung und Anpassung der Sporthalle Blauen, nachdem Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten in die Nationalliga A aufgestiegen ist. «Der Aufstieg bedeutet auch eine Verpflichtung, erklärte Lüscher. Die Hallensanierung ermöglicht Fernsehübertragungen.

Alle anderen Anträge wurden von der Versammlung ebenfalls angenommen. Der Verpflichtungskredit von 120 000 Franken für die Neugestaltung des Pausenplatzes beim Schulhaus Bruggmatt wurde auf Wunsch von Eveline Dillinger um 40 000 Franken erhöht, dies trotz dem Einwand eines Anwohners, der sich vom Fussballspiel - vor allem Abends - gestört fühlt.

Der Kreditantrag in der Höhe von 710 000 Franken für die Sanierung der Strasse im Bi-
fang wurde vom Gemeinderat wegen unvollständiger Vorlage zurückgezogen. (psc)

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