«Wir sind schockiert und traurig»

Am Mittwoch hatte Pascal das Elternhaus an der Rebbergstrasse verlassen. Seither galt er als vermisst. Am Sonntag fand man ihn auf. Er hatte sich erhängt. Weil er gemobbt wurde?

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Roman Huber

Die Fahnen auf dem Schulareal der Gemeinde Untersiggenthal sind seit Montagmorgen auf halbmast. Der vermisste 14-jährige Schüler Pascal El Syed Galal wurde am Sonntag im Wald erhängt aufgefunden. Die Kantonspolizei schliesst einen Unfall oder ein Verbrechen aus.

«Die betroffene Familie, die Schülerinnen, Schüler und die Lehrpersonen brauchen jetzt Schutz, damit sie Raum und Zeit für die Trauer haben», erklärt Schulpflegepräsident Hansruedi Reinle.

Mobbing-Vorwürfe

Und dennoch: Pascal sei in der Klasse gemobbt worden, hiess es im Internetportal auf «blick.ch», das sich dabei auf die Aussagen von Pascals Mutter stützte. Der Kleinklassenschüler habe in der Klasse keine Freunde gehabt und sei darum sehr unglücklich gewesen.

Er hätte am Mittwoch vergangener Woche - dem Tag seines Verschwindens - in der Schule zur Strafaufgabe antreten sollen. Er habe sich unerlaubterweise vom Schulgelände entfernt, weil er seine Mütze holen wollte, die Mitschüler über den Zaun geworfen hätten, gab seine Mutter gegenüber «blick.ch» noch an.

«Für uns ist klar, dass wir diese Vorwürfe gemeinsam mit den Lehrpersonen genau prüfen müssen», sagt Reinle. Gemäss ersten Angaben seien hierfür zwar keine konkreten Hinweise vorhanden. Die Abklärungen werden nun von der Schulpflege durchgeführt.

Von BKS und Careteam betreut

Bereits am Sonntag wurde Hansruedi Reinle über den furchtbaren Fund informiert. Daraufhin kam die Schulpflege zusammen. «Wir wurden von Anfang an, das heisst seit der Vermisstmeldung von Pascal, vom Departement Bildung Kultur Sport unterstützt», sagt der Schulpflegepräsident. «Wir hatten stets gehofft, dass Pascal wieder gesund auftauchen würde, und darum nie an einen solch tragischen Ausgang gedacht», fügt Reinle betroffen an.

«Wir alle sind schockiert und traurig», sagt Reinle stellvertretend für die ganze Schule. «Unser ganzes Mitgefühl gilt der Mutter, den Angehörigen, den Klassenkameraden und den Lehrpersonen», teilt der Schulpflegepräsident gegenüber den Medien mit. Es sei eine Ausnahmesituation, ein Schock, der alle aus dem Alltag herausgerissen habe. Er sei sehr froh gewesen, dass die ganze Schule am gestrigen Tag von einem Careteam des Schulpsychologischen Dienstes Baden betreut und begleitet worden sei.

«Sämtliche Lehrpersonen sind vor Schulbeginn orientiert gewesen. Der Unterricht in den Klassen fand dann nach einem bestimmten Leitfaden statt.» Die Schulpflege informierte die Eltern aller Schüler und Schülerinnen vor dem Mittag mit einem Brief.

Der 14-Jährige hatte am vergangenen Mittwochnachmittag das Elternhaus mit dem Velo verlassen, um zur Schule zu fahren. Dort erschien er nicht. Die Polizei begann bereits am Mittwochabend mit der Suche nach Pascal, als die Mutter ihn als vermisst gemeldet hatte. Es wurden auch seine Klassenkameraden befragt. Am Freitag wurde er dann von der Kantonspolizei als vermisst ausgeschrieben.

Am Sonntagnachmittag wurde das Velo von Pascal gefunden. Bald darauf machte die Kantonspolizei in einem Waldstück den traurigen Fund. Pascal hatte sich mit einem Seil des Leben genommen.