Spreitenbach

Wieso konnten die Täter im Schmuckgeschäft ungestört zugreifen?

Leergeräumte Vitrine im Tivoli Spreitenbach

Leergeräumte Vitrine im Tivoli Spreitenbach

Nach dem Einbruch in ein Schmuckgeschäft im Einkaufscenter Tivoli stellt sich die Frage: Hatte das Geschäft für teure Ringe und Ketten keine eigene Alarmanlage? Bereits vor einem Jahr gelangten Einbrecher nachts in das Einkaufscenter.

Seelenruhig durchsuchen zwei Einbrecher in der Nacht auf Donnerstag das Schmuckgeschäft «Charme» im Einkaufscenter Tivoli und erbeuten Schmuck im Wert von über 100000 Franken. Die maskierten Diebe fühlen sich im Laden offensichtlich wohl, ihre Handlung dauert über zehn Minuten. Das zeigen die Überwachungsbilder. Ein akustischer Alarm löst sich offenbar nicht aus.

Hat ein Schmuckladen mit teuren Accessoires tatsächlich keine Alarmanlage installiert? Das betroffene Schmuckgeschäft wollte zu den Sicherheitsvorkehrungen im Geschäft keine Stellung beziehen. Laut Patrick Stäuble, Centerleiter des Shoppi Tivoli, verfügt das gesamte Einkaufscenter über Alarmanlagen. Für die Sicherheit in den einzelnen Läden sind die Besitzer jedoch selber verantwortlich.

Vor einem Jahr ähnlicher Fall

Im konkreten Fall soll das betroffene Schmuckgeschäft eine Alarmanlage besitzen, jedoch nur im Büro, in dem der Tresor gesichert ist. Und nicht beim in den Vitrinen ausgestellten Schmuck. Den Tresor, in dem das Geschäft über Nacht den wertvollsten Schmuck sowie die bereits verkauften Kundenprodukte sichert, liessen die Diebe – wohl bewusst – unberührt. «Sie gingen äusserst gezielt vor. Sie müssen alle Sicherheitsmassnahmen gekannt und das Einkaufscenter vorgängig ausgekundschaftet haben», sagt Stäuble.

Bereits vor einem Jahr gelangten Einbrecher nachts in das Einkaufscenter. Der Fall vom 27. Juni 2011 hat ausserdem brisante Parallelen zum jüngsten Einbruch. Auch damals kletterten die Diebe von aussen ins Tivoli-Obergeschoss des Einkaufscenters in ein Schmuckgeschäft.

Auch damals entwendeten sie Schmuck im Wert von über 100000 Franken. Und auch damals kamen die Diebe ungeschoren davon, weil der Sicherheitsdienst erst Stunden nach dem Vorfall den Einbruch bemerkte und die Täter längst unerkannt flüchten konnten. Waren deshalb die gleichen Diebe wieder am Werk? Ob das Shoppi Tivoli nun die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, bleibt offen: «Das werden wir nach den polizeilichen Ermittlungen entscheiden», sagt Centerleiter Stäuble dazu.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1