Landschaftsentwicklung
Werkzeugkasten für Planungen

Nach heftiger Kritik von einzelnen Gemeinden hat die Region Oberaargau das Landschaftsentwicklungskonzept überarbeitet. Der Charakter als Werkzeug für die Gemeinden soll jetzt besser zum Ausdruck kommen.

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Landschaft

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Solothurner Zeitung

Jürg Rettenmund

Am heftigsten reagierte Aarwangen: Vor einem Jahr lehnte der Gemeinderat das Landschaftsentwicklungskonzept «grundsätzlich ab». Seine Massnahmen gingen viel zu weit und griffen zu stark in die Gemeindeautonomie ein. «Grösste Bedenken» meldete auch Wangen a/A an, und Wiedlisbach wollte sich «nicht derart bevormunden lassen».

Diese Reaktionen basierten auf einem Missverständnis, erklärt Markus Ischi, Geschäftsführer der Region. Er äussert jedoch ein gewisses Verständnis für die harschen Reaktionen, hätten doch gewisse sprachliche Formulierungen in den damaligen Massnahmenblättern durchaus so gelesen werden können, wie es die kritisierenden Gemeinderäte taten.

Kein Verbotskatalog

«Das ist jedoch nicht die Absicht des Konzeptes», betont Ischi. Dieses sei kein Vorschriften- und Verbotskatalog, der den Gemeinden diktiert werden soll. Am besten umschrieben werde es vielmehr als «Werkzeugkasten» mit Empfehlungen für die Gemeinden, wenn sie ihre Ortsplanungen überarbeiten müssen. Dabei muss heute zwingend auch die Landschaft mitberücksichtigt werden.

Seit der Mitwirkung und Vernehmlassung 2008, die die eingangs erwähnte Kritik auslöste, hat die Region das Konzept mit den Gemeinden nochmals besprochen. Danach hat sie das Umsetzungsprogramm mit den Massnahmenblättern grundsätzlich überarbeitet.

Deutlichste Veränderung gegenüber der ersten Vorlage ist ein neues Massnahmenblatt mit der Nummer M9. Es ist der Siedlungsentwicklung gewidmet und ist gemäss Ischi als Handbuch dafür zu verstehen, auf was die Ortsplaner zu achten haben. Es formuliert allgemeine Gestaltungsprinzipien und geht auf die Besonderheiten der verschiedenen Teilgebiete des Oberaargaus ein.

Ausdruck des empfehlenden Charakters des Konzeptes ist weiter, dass in der Karte Gebiete nicht mehr mit genau fixierten Grenzen eingezeichnet sind, sondern mit auslaufenden Farbflächen. Eigentliche Korrekturen gab es gemäss Ischi jedoch nur in Einzelfällen, vor allem dort, wo Schutzzonen direkt an Bauzonen grenzten.

Überarbeitete Fassung liegt auf

Gegenwärtig und noch bis am 15. Juni liegt die überarbeitete Fassung des Landschaftsentwicklungskonzeptes in der Geschäftsstelle der Region an der Jurastrasse 29 in Langenthal öffentlich auf. Die Unterlagen können jedoch auch auf der Homepage der Region heruntergeladen werden. Für die Gemeinden ist die Auflage eine Vernehmlassung, gleichzeitig kann sich jedoch auch Jedermann im Sinne einer Mitwirkung dazu äussern.

Anders als vor einem Jahr organisiert die Region zudem von Anfang an drei Informationsanlässe, an denen das Konzept vorgestellt wird (Daten am Schluss). Markus Ischi hofft, dass das Konzept der ausserodentlichen Delegiertenversammlung der Region am 27. November vorgelegt werden kann. Diese ist angesetzt worden, weil dann das Konzept für den Sachbericht Abbau/Deponien entscheidungsreif ist.

Informationsanlässe (Beginn jeweils 19.30 Uhr): Dienstag, 19. Mai, Hotel Bären, Langenthal; Montag, 25. Mai, Hotel Mohren, Huttwil; Mittwoch, 27. Mai, Räberhus, Niederbipp. Unterlagen im Internet: www.oberaargau.ch, Kapitel «Planung».

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