Weil gleich mehrere Hauptverkehrsachsen von nationaler Bedeutung durch den Aargau führen, gilt dieser seit jeher als Transitkanton. Die steigende Anzahl sogenannter «Kriminaltouristen» und die Drogenproblematik in grösseren Städten führte dazu, dass vermehrt Kriminelle aller Art auf Aargauer Strassen und Autobahnen unterwegs waren. Dies veranlasste 1986 den damaligen Polizeikommandanten Léon Borer, ein wirksames Fahndungsmittel ins Leben zu rufen: Die «Wühlmaus-Kontrolle».

Der Zweck dieser nächtlichen Grosskontrollen ist bis heute die aktive Fahndung nach gesuchten Personen und Fahrzeugen, die Ergreifung von Straftätern vor oder nach der Tat und die Verhaftung von Drogentransporteuren in flagranti. Zudem soll die Verkehrssicherheit durch gezielte Überprüfung der Fahrfähigkeit der Lenker erhöht werden.

Die Autobahn wird abgesperrt, und in jedes Auto wirft der Polizist ein Auge, wenn ihm etwas Verdächtiges auffällt, winkt er das Fahrzeug in eine der Kontrollboxen. «In diesen Boxen werden alle üblichen Kontrollen, die auch bei normalen Kontrollen tagsüber gemacht werden, durchgeführt», sagt Bernhard Graser gegenüber a-z.ch. Sprich Alkoholtest, Drogentest und Führerausweiskontrolle. Man wird auch einer «Leibesvisitation» unterzogen, das heisst, die Polizisten schauen sich die Tascheninhalte sämtlicher Kleidungsstücke an. Währenddessen schnuppert ein Drogenspürhund im ganzen Auto herum. Sofern nichts Auffälliges, wie Drogen, Waffen oder Betäubungsmittel, gefunden werden und das Fahrzeug keine Mängel aufweist, wie fehlendes Licht, darf man weiterfahren.

Die Kantonspolizei führt heute pro Monat etwa vier «Wühlmaus-Kontrollen» durch. Diese finden abwechslungsweise auf der Autobahn oder auf wichtigen Verkehrsknoten im ganzen Kanton statt. Auf den speziell eingerichteten und abgesicherten Kontrollstellen werden Fahrzeuge und Insassen genau unter die Lupe genommen. Organisation und Durchführung obliegen der Mobilen Einsatzpolizei, wobei jeweils auch Polizisten anderer Dienststellen im Einsatz stehen. (pd/van)