Deutschland
Weil er mit Anwaltskanzlei nicht einverstanden war: Klient tötet zwei Frauen

Aufatmen nach stundenlangem Krimi: Ein Mann hat in Anwaltskanzleien im Raum Düsseldorf zwei Frauen getötet und mehrere Menschen verletzt. Nach stundenlanger Flucht wurde der 48-Jährige am Freitagnachmittag im niederrheinischen Goch gefasst.

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Schwerbewaffnete Polizisten patrouillieren in Erkrath.ö

Schwerbewaffnete Polizisten patrouillieren in Erkrath.ö

Twitter/Tim Kunze

Nach seiner Festnahme räumte der Mann die Verbrechen ein, wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten. Wie genau die beiden Frauen zu Tode kamen, stand am Freitag dagegen noch nicht fest.

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft wurden sie mutmasslich erstochen, aber auch der Einsatz von Schusswaffen wurde nicht ausgeschlossen. Ermittelt werde zunächst wegen Totschlags. Der Täter trug den Angaben zufolge mehrere Messer und zwei Schusswaffen, darunter mindestens eine Gaspistole, bei sich.

Während Stunden auf der Flucht

Vorangegangen war ein stundenlanger Krimi. Zuerst schlug der Mann gegen 11.30 Uhr in einer Düsseldorfer Kanzlei zu. Dort tötete er eine Rechtsanwältin. Ein Mann wurde lebensgefährlich, ein Opfer leicht verletzt, erklärten die Ermittler.

Die erste Attacke geschah an der sogenannten Automeile am Rand der Düsseldorfer Innenstadt. Dort haben mehrere Autohäuser, das örtliche Strassenverkehrsamt und andere Unternehmen ihren Sitz.

Der Täter flüchtete vom Tatort und fuhr ins nahe Erkrath, wo er erneut zuschlug - ebenfalls in einer Anwaltskanzlei. Eine Rechtsanwaltsgehilfin starb und ein Mann wurde lebensgefährlich verletzt. In Erkrath liegt die betroffene Anwaltskanzlei in einem Wohn- und Geschäftskomplex. Auch einen Kindergarten gibt es dort.

Schwer bewaffnete Polizisten durchkämmten die Gebäude, konnten den Täter aber zunächst nicht finden. Später am Nachmittag soll der 48-Jährige in Goch in eine Pizzeria eingedrungen sein und die Bedienung angegriffen und verletzt haben. Goch liegt per Auto rund eine Stunde von Erkrath entfernt.

Streit mit Kanzlei

Der Mann habe sich von dem Rechtsanwaltsbüro in Düsseldorf in einer juristischen Auseinandersetzung anscheinend schlecht vertreten gefühlt und eine Anwältin erfolglos wegen Betrugs angezeigt, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft. Im Zuge dieses Streits sei er offenbar an die Kanzlei in Erkrath verwiesen worden.

Die genauen Zusammenhänge seien allerdings noch unklar. Seinen Angaben zufolge war der Verdächtige 2013 wegen eines gewaltsamen Nachbarschaftsstreits zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der in China geborene Mann ist den Ermittlern zufolge verheirat und hat zwei Kinder. Die Familie lebt demnach in Düsseldorf.