Justiz

Vor 15 Jahren Freundin in Basel getötet: Neuseeland liefert Mörder aus

Die Basler Staatsanwaltschaft kann 15 Jahre nach dem Mord einen Fahndungserfolg verbuchen. (Symbolbild)

Die Basler Staatsanwaltschaft kann 15 Jahre nach dem Mord einen Fahndungserfolg verbuchen. (Symbolbild)

Im Dezember 2000 wurde in Basel eine junge Frau umgebracht. Die Staatsanwaltschaft vermutete, dass sie der damalige Freund des Opfers umgebracht hat. Er wurde international gesucht. 15 Jahre nach der Tat wurde er nun festgenommen.

Knapp 15 Jahre nach einem Tötungsdelikt in Basel ist der mutmassliche Täter von Neuseeland an die Schweiz ausgeliefert worden. Der 43-jährige Mann aus Sri Lanka, der im Jahr 2000 seine 23-jährige Freundin erstochen haben soll, sitzt nun in Basel hinter Gittern.

Angehörige der Staatsanwaltschaft und der Kantonspolizei hätten den Mann vor wenigen Tagen in Neuseeland abgeholt und in die Schweiz gebracht, teilte die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am Donnerstag mit. Zuvor habe der mutmassliche Täter vergeblich versucht, die Auslieferung zu verhindern.

Der 43-jährige Mann wird beschuldigt, im Dezember 2000 seine Freundin getötet zu haben. Die 23-jährige Tamilin war erstochen in ihrer Wohnung an der Klybeckstrasse im Kleinbasel aufgefunden worden. Die Staatsanwaltschaft will den mutmassliche Täter nun dem Zwangsmassnahmengericht zuführen und beim Strafgericht Anklage gegen ihn erheben.

Nach Tötungsdelikt verschwunden

Nach der Bluttat fehlte von dem Mann während Jahren jede Spur. Erst Ende 2011 wurde er aufgrund von Hinweisen in Neuseeland enttarnt. Gelebt haben soll er dort bereits seit Februar 2001 mit falscher Identität und gefälschten Dokumenten. 2004 erhielt er die neuseeländische Staatsbürgerschaft.

Mitte Juni 2014 ersuchte die Basler Staatsanwaltschaft über das Bundesamt für Justiz die neuseeländischen Behörden um die Auslieferung des international gesuchten Mannes. Zehn Tage später kam es zur Festnahme. Bis zur Auslieferung verging jedoch noch ein gutes Jahr.

Seine Auslieferung versuchte der 43-Jährige nach Angaben der Basler Staatsanwaltschaft mit verschiedenen Einsprachen zu verhindern. Diese seien aber von den neuseeländischen Behörden und Gerichten letztinstanzlich abgewiesen worden.

Für das Auslieferungsverfahren hatten die Gerichten in Neuseeland umfangreiche Unterlagen verlangt. Deren Zusammenstellung, Übersetzung und Beglaubigung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Bund, wie es im Communiqué heisst.

In Schweiz gelebt hatte der nun ausgelieferte Mann von 1990 bis 2000. Er arbeitete in einem Basler Restaurant als Kellner. Zwischen dem Opfer und dem mutmasslichen Täter war es immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen. Einmal soll der Mann seine Freundin auf offener Strasse zusammengeschlagen haben.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1