Deutschland

«Völlig überreagiert» – Polizei erschiesst zwei herumlaufende Kampfhunde

Der Besitzer zeigt seine erschossenen Kampfhunde, die er vorerst im Kofferraum seines Autos aufbewahrt.

Der Besitzer zeigt seine erschossenen Kampfhunde, die er vorerst im Kofferraum seines Autos aufbewahrt.

Die Polizei hat in Deutschland zwei herumlaufende Hunde erschossen. Zuvor war vergebens versucht worden, die Tiere zu beruhigen. Mit den tödlichen Schüssen sind nicht alle einverstanden.

Polizisten haben in Rüsselsheim bei Frankfurt zwei herumlaufende Kampfhunde auf der Strasse erschossen. Die aggressiven Tiere hätten zwei Männer angegriffen und verletzt, teilte die Polizei mit. Es sei nicht möglich gewesen, die American Staffordshire Terrier einzufangen.

Ein Verwandter des Hundehalters habe zusammen mit der Polizei noch versucht, die Tiere zu beruhigen. Der 41-Jährige wurde dabei gebissen. Auch einen anderen Mann griffen die Hunde an und verletzten ihn. Die Beamten waren am Morgen alarmiert worden, nachdem Zeugen die beiden herrenlosen Hunde entdeckt hatten.

Berichterstattung über die erschossenen Hunde eines Lokalfernsehens

Hunde als Aufpasser im Einsatz

Konkret hatten Zeugen gegen 7.40 Uhr die Polizei alarmiert, nachdem sie die streunenden Hunde am Friedensplatz ausgemacht hatten.

Ein Verwandter eines Hundebesitzers habe dort versucht, die Tiere zu beruhigen, sei jedoch dabei, ebenso wie später ein Passant, von den Hunden gebissen worden, so die Polizei. Die Hunde trugen keine Halsbänder und waren aus den Räumen einer ehemaligen Shisha-Bar ins Freie gelangt.

Nach Angaben des ehemaligen Barbetreibers sollten sie in der Nacht dort Wache halten, weil die Alarmanlage bereits abgebaut gewesen sei, aber noch wertvolle Ausrüstungsgegenstände in der Bar lagerten.

Wie die zwei Hundebesitzer gegenüber einem Lokalblatt erzählten, hätten in der Nacht Einbrecher versucht, die Aluminiumtür auf der rückwärtigen Seite des Ladens aufzubrechen: «Die sind wohl geflüchtet, als die Hunde plötzlich vor ihnen standen. Aber die Diebe haben das Schloss so demoliert, dass die Tiere nach draussen konnten.»

«Polizei hat überreagiert»

Als die Polizei eintraf, sammelte sich bereits eine Menschenmenge am Friedensplatz an, die das Geschehen verfolgte. Schliesslich kannte die Polizei kein Pardon mehr und schätzte die Lage als zu gefährlich ein, weshalb Schüsse fielen und die Hunde erlegt wurden.

Genau diese polizeiliche Massnahme wird nun von vielen Beteiligten kritisert. Die Hundehalter erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Passanten berichten, die Tiere seien vollkommen friedlich gewesen, die Polizei habe «völlig überreagiert». Die Hunde hätten sich um die Menschen zuerst gar nicht gekümmert, sondern einfach miteinander gespielt. Auch Anwohner berichteten, dass die Hunde in der Wohnsiedlung stets einen friedlichen Eindruck hinterlassen hatten. (sha)

Rüsselsheim

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