Der Häftling war am Montagmittag mit zwei weiteren Insassen auf seinem täglichen Spaziergang unterwegs. «Die Häftlinge haben Anrecht auf eine Stunde frische Luft pro Tag. Da in Laufenburg kein Innenhof existiert, werden die Häftlinge draussen begleitet», sagt Roland Hengartner, Leiter der Sektion Bezirksgefängnisse.

Ein so genannter Spazierhof sei in Laufenburg baulich nicht realisierbar.

Dank Verband herausgeschlüpft

Im Fall von Laufenburg waren drei Insassen mit Handschellen aneinander gekettet unterwegs. «Der Flüchtige trug offenbar einen Verband, der es ihm ermöglichte, aus den Handschellen zu schlüpfen», so Hengartner. Denn dank des Verbandes konnten die Handschellen nicht genügend fest geschlossen werden. «Häftlinge beschweren sich häufiger, dass ihnen das Blut abgestellt werde, je nachdem wie stark die Handschellen geschlossen sind», meint Hengartner.

Der Leiter der Sektion Bezirksgefängnisse kann sich gut vorstellen, dass die Insassen bei ihren täglichen Spaziergängen viele Beobachtungen machen und sich die Umgebung einprägen. Da die Laufenburger Altstadt zudem ziemlich verschachtelt sei, sei ein Entweichen einfacher möglich.

Hilfe von aussen?

«Ob der Untersuchungshäftling sogar noch Hilfe von aussen gekriegt hat, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Vorstellbar wäre es, denn es ist ja nicht weit bis zur deutschen Grenze», sagt Hengartner.

An einen ähnlichen Ausbruch kann er sich nur noch vage erinnern. «Vor 18 oder 20 Jahren ist das letzte Mal in Zofingen ein Häftling auf einem Spaziergang ausgebüxt, so weit ich mich erinnere. Andere Fälle sind mir nicht bekannt.»

Die Staatsanwaltschaft Baselland bestätigte gegenüber az, dass der Geflohene bisher noch nicht gefasst wurde. Die Staatsanwaltschaft Baselland hatte den Untersuchungshäftling wegen Platzmangels nach Laufenburg überführt. Dort sass er seit dem 17. Juli 2012 in Haft.