Frenkendorf
Tötungsdelikt: Solothurner Doppelmörder auf Bewährung verdächtig

Vergangene Woche wurde eine 64-Jährige in Frenkendorf erstochen. Die Polizei verhaftete einen Verdächtigen. Inzwischen habe sich der Verdacht erhärtet. Es handelt sich um einen bedingt entlassenen Straftäter in der Zuständigkeit des Kantons Solothurn

Julia Gohl
Drucken
Teilen
8 Bilder
Tötungsdelikt in Frenkendorf

Newspictures

Der Tatverdacht gegen den Mann, der vergangenen Donnerstag in Frenkendorf eine 64-jährige Frau erstochen haben soll, hat sich erhärtet. Das teilte am Dienstag die Baselbieter Staatsanwaltschaft mit.

Die Ermittlungen hätten gezeigt, dass es sich bei dem 61-jährigen Schweizer um einen im Jahre 2011 bedingt entlassenen, einschlägig verurteilten Straftäter in der Zuständigkeit des Kantons Solothurn handelt. Die Solothurner Behörden sprachen in einer Mitteilung ihre Betroffenheit aus.

Doppelmord in Hägendorf

Auf Nachfrage heisst es, der mutmassliche Täter habe 1994 in Hägendorf SO einen Doppelmord begangenen. Bei den Opfern handelte es sich um die Ex-Freundin des heute 61-Jährigen und deren Bruder. Auch bei der Tat von vergangener Woche wird von einem Beziehungsdelikt ausgegangen. Das 64-jährige Opfer habe mit dem mutmasslichen Täter eine Beziehung geführt, diese allerdings beendet.

Chronolgie

9. Februar 2009
Verweigerung der bedingten Entlassung durch das Departement des Innern des Kantons Solothurn nach den gesetzlich vorgesehenen 15 Jahren im Strafvollzug. Der Entscheid stützt sich auf eine forensisch-psychiatrische Begutachtung und die Empfehlungen der Fachkommission zur Beurteilung der Gemeingefährlichkeit von Straftätern.

2. November 2009
Das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn heisst eine Beschwerde gegen die Verweigerung der bedingten Entlassung aus formellen Gründen teilweise gut. Die Sache wird zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

25. November 2009
Die Fachkommission beurteilt den Gefangenen im Rahmen einer Neubeurteilung und gestützt auf ein neues forensisch-psychiatrisches Gutachten als nicht mehr gemeingefährlich. Die Fachkommission empfiehlt die begonnene Therapie weiterzuführen und Vollzugsöffnungen umzusetzen.

2. Mai 2011
Die Fachkommission beurteilt den Gefangenen als nicht gemeingefährlich und empfiehlt diesen per Ende Juli 2011 bedingt zu entlassen.

31. Juli 2011
Das Departement des Innern des Kantons Solothurn entlässt den Gefangenen unter Auflagen bedingt aus dem Strafvollzug. Es wird eine Probezeit von fünf Jahren angesetzt. Für die Dauer der Probezeit werden für ihn Bewährungshilfe und Beratungsgespräche bei einem Psychologen angeordnet.

Im Februar 2009 verweigerte das Departement des Innern des Kantons Solothurns die bedingte Entlassung des Schweizers nach den gesetzlich vorgesehenen 15 Jahren im Strafvollzug. Der Entscheid stützt sich auf eine forensisch-psychiatrische Begutachtung, wie es in der Mitteilung der Staatskanzlei heisst. Im November desselben Jahres allerdings hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn eine Beschwerde gegen die Verweigerung der bedingten Entlassung aus formellen Gründen teilweise gut.

Die Sache wurde zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Gemäss dieser Neubeurteilung, gestützt auf ein neues forensisch-psychiatrisches Gutachten, wird der heute 61-Jährige als nicht mehr gemeingefährlich eingestuft. Die Fachkommission empfahl, die Therapie weiterzuführen und Vollzugsöffnungen umzusetzen.

Ende Juli 2011 schliesslich wird der zweifache Mörder auf Empfehlung der Fachkommission unter Auflagen bedingt aus dem Strafvollzug entlassen. Eine Probezeit von fünf Jahren wurde angesetzt, die noch bis Ende Juli 2016 laufen würde. Für die Dauer dieser Probezeit waren Bewährungshilfe und Beratungsgespräche bei einem Psychologen angeordnet.

Ermittlungen laufen weiter

In einem offenen Carport in Frenkendorf fanden Passanten am vergangenen Donnerstag die Leiche einer 64-jährigen Schweizerin. Sie wurde erstochen. Kurz darauf konnte die Polizei einen Verdächtigen verhaften. Der genaue Hergang des Tötungsdeliktes sei noch Gegenstand von laufenden Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft. Zum Ermittlungsstand könnten aufgrund des laufenden Verfahrens keine Angaben gemacht werden, schreibt die Baselbieter Staatsanwaltschaft.

Aktuelle Nachrichten