Mirjam Arnold/Marisa Cordeiro

Sie gröhlen herum, schlagen Autotüren zu und lassen den Motor sinnlos laufen. Auch soll es schon vorgekommen sein, dass sie nach einem ausgedehnten Feierabendbier in Hauseingänge urinierten oder gar Figuren aus einem Garten entwendet und kaputt gemachten. Nachtschwärmer, die nach übermässigem Alkoholkonsum den Sinn für Anstand und Mass verloren - ihn gar ertränkt haben, rauben den Zentrumsbewohnern von Bätterkinden bisweilen den Schlaf. Müssen sie nun befürchten, dass dem Treiben noch mehr Raum geboten wird?

«Zurechtweisen ist gefährlich»

Vor gut einem Monat nämlich reichte das Britannia Pub ein Gesuch ein, seine Öffnungszeiten zu verlängern (wir berichteten). Am Montag lief die Einsprachefrist ab. Insgesamt wurden zwei Sammeleinsprachen und zwei Einzeleinsprachen eingereicht. Einer der Mitunterzeichnenden ist Res Hubler, Leiter der Arbeits- und Wohngemeinschaft Krone, der gleichzeitig Liegenschaftsbesitzer ist. «Die Menschen hier haben bereits mehr tolleriert als ertragbar ist», sagt er. Dass diesem Radau noch tiefer in die Nacht stattgegeben werden soll, kann er nicht zulassen. Das Schlimmste für ihn ist, dass den Leidtragenden die Hände gebunden sind: «Wer die Nachtruhestörer zurechtweisen will, setzt sich der Gefahr aus, angegriffen zu werden», sagt er und fügt an, dass ihm das selber zwar noch nie wiederfahren ist, dass es aber schon vorgekommen sein soll.

«Eigentlich geht es gar nicht ums Pub selber», sagte eine weitere Person, die die Sammeleinsprache mitunterzeichnet hat, die hier aber nicht mit Namen erscheinen will. Zwar würden die verlängerten Pub-Öffnungszeiten den Rahmen sprengen, doch gehe es ihr vor allem um den Jugendschutz und das altbekannte Parkplatzproblem.

Lärmig wirds wenn alle zusamen gehen

Das Regierungsstatthalteramt Fraubrunnen bestätigte, dass für die Einsprechenden die Lärmbelästigung und der Vandalismus die Hauptgründe seien. Ueli Dutly, Britannia-Geschäftsführer, derweilen sagt, dass der Lärmpegel nie überschritten worden sei. «Lärmig wirds vor allem dann, wenn wir bei Lokalschluss noch viele Leute haben», sagt er. Wenn alle zusammen rausgehen, werde es eben lauter, als wenn die Besucher gestaffelt nach Hause gehen. Bevor er sich zu den Einsprachen äussern werde, wolle er sich erst genauer mit diesen vertraut machen, sagt Dutly.

Bei den Stammkunden jedenfalls waren am Dienstag Abend die neuen Öffnungszeiten - wohl wegen des Eishockeyspiels Schweiz-USA - nur ein Randthema. Während die einen unter der Woche nicht unbedingt, wohl aber am Wochenende längere Öffnungszeiten begrüssen, sahen es die anderen genau umgekehrt. Jedenfalls verlief der Abend ruhig, wobei es an diesem Abend deutlich weniger Besucher gab als an einem Wochenende.