Er soll eine befristete Aufenthaltserlaubnis für Deutschland gehabt haben, wie die Polizei in Schleswig-Holstein am Donnerstag mitteilte. Sein Opfer ist den Angaben zufolge ein 35 Jahre alter Mann aus Köln. Die Polizistin kommt aus Bremen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa in Berlin stammte der 24-Jährige aus Eritrea. Es soll im September 2015 als Flüchtling über Österreich nach Deutschland eingereist sein, hiess es in Sicherheitskreisen.

Offenbar kein terroristischer Hintergrund

Die Polizeibeamtin und der 35-Jährige wurden den Angaben zufolge schwer verletzt, Lebensgefahr besteht aber nicht. Ob die beiden Männer sich kannten, werde noch geprüft, ebenso die Nationalität des 35-Jährigen, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt der dpa in Flensburg.

Einen terroristischen oder politischen Hintergrund schlossen die Ermittler zunächst aus. "Es gibt überhaupt keine Hinweise darauf", sagte Stahlmann-Liebelt.

Die Hintergründe zum genauen Tatablauf sind nach wie vor unklar. Direkte Augenzeugen gibt es vermutlich nicht. Die Polizei sucht dennoch Mitreisende des IC 2406 von Köln nach Flensburg, die noch nicht registriert wurden und Hinweise zum Verhalten des Angreifers und zum Tatablauf machen können.

Nach ersten Erkenntnissen kam es am Mittwochabend gegen 19.00 Uhr in dem Zugabteil bei der Anfahrt auf den Bahnhof Flensburg zu der Auseinandersetzung. Der IC 2406 befand sich auf dem Weg von Köln nach Flensburg.

Dabei soll der 24-Jährige mit einem Messer auf die Polizeibeamtin und den 35-Jährigen eingestochen haben. Die Polizistin, die nicht dienstlich, aber in Uniform im Zug war, soll mit ihrer Dienstwaffe auf den Angreifer geschossen haben.

Zugverkehr hat sich normalisiert

Der Bahnhof wurde vorübergehend geräumt, war am Mittwochabend aber wieder zugänglich. Auch die Zufahrtsstrassen waren vorübergehend gesperrt, der Zugverkehr nach Flensburg wurde unterbrochen. Am Donnerstagmorgen war im Bahnhof wieder Normalität eingekehrt.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach den Verletzten sein Mitgefühl und Genesungswünsche aus. "Ich bin erleichtert, dass durch das beherzte Eingreifen der Bremer Beamtin mutmasslich Schlimmeres verhindert werden konnte. Ihr danke ich ganz besonders für ihren Mut", sagte Günther am Donnerstag.