Autounfall

Tödliche Verfolgungsjagd: Der 17-jährige Unfallfahrer sitzt nun in U-Haft

Der am Sonntagmorgen nach einem Unfall leichtverletzte jugendlicher Fahrer wurde nach der Entlassung aus dem Spital von der Polizei befragt und in Untersuchungshaft genommen. Drei schwerverletzte Unfallopfer befinden sich noch im Spital.

Der 17-jährige verunfallte am Sonntagmorgen mit einem Audi RS4 nach einer Verfolgungsfahrt mit der Zürcher Polizei. Mit im Fahrzeug waren zwei Frauen und vier Männer im Alter zwischen 16 und 19 Jahren. Eine 16-jährige Beifahrerin verstarb noch an der Unfallstelle, drei weitere liegen nach wie vor schwerverletzt im Spital.

Bereits am Sonntag konnte der mutmassliche Lenker das Spital wieder verlassen. Er wurde am Montag vom Jugenddienst der Stadtpolizei befragt und annschliessend an die Jugendanwaltschaft übergeben. Der Teenager sitzt nun in Untersuchungshaft. Ein weiterer Mitfahrer könnte heute noch aus dem Spital entlassen und danach polizeilich befragt werden.

Polizei verlor Sichtkontakt

Wie die Stadtpolizei Zürich mitteilt, folgte ein Patrouillenfahrzeug der Kantonspolizei dem stadteinwärts fahrenden Fahrzeug. Aufgrund der zunehmend hohen Geschwindigkeit des 381 PS starken Audi RS4 konnte die Polizei den Abstand von mehreren hundert Metern nicht verringern. In einer Rechtskurve am Ende der Bernerstrasse Süd verlor die Patrouille schliesslich den Sichtkontakt zum Fahrzeug.

«Das Auto war einfach zu schnell - viel zu schnell», erklärt Marco Cortesi von der Stadtpolizei Zürich. Es gebe Verhaltensregeln betreffend des Fahrtempos für Polizeifahrzeuge, diese richteten sich nach dem gesunden Menschenverstand. «In diesem Fall war das verfolgte Fahrzeug einfach massiv übermotorisiert.»

Ausserhalb des Sichtfeldes der Polizei verunfallte der Audi in einer Kurve und kam nach erst rund fünfzig Meter auf einem angrenzenden Firmenareal zu Stillstand.

Schwer ersichtlicher Unfallort

Der Unfallwagen sei von diversen Patrouille-Fahrzeugen nicht bemerkt worden, lässt die Stadtpolizei Zürich in einer Medienmitteilung verlauten. Auf Nachfrage der az erklärt Cortesi den Sachverhalt: «In der Rechtskurve hoch zu Europabrücke flogt das Auto 50 Meter durch die Luft. Von der Strasse aus sah man nicht bis zum Unfallwagen.» Dazu seinen auf der Strasse kaum Spuren des Unfalls sichtbar gewesen.

Die Polizisten fanden den verunfallten Wagen zirka fünf bis zehn Minuten später auf einem angrenzenden Firmenareal, sagt Cortesi. Eine Frau habe den Unfall von einem Balkon der Firma aus gesehen und umgehend die Polizei alarmiert. (edi)

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