Dass ein Geständnis der Tochter vorliege, dementierte Robin hingegen. Tochter Pascale Zaugg befindet sich seit ihrem Wiederauftauchen drei Tage nach dem Auffinden der Leiche der 69-jährigen Michèle Röthlisberger-Zaugg am 21. Januar in einem Nebengebäude ihres Anwesens in Pfastatt bei Mülhausen, in einer psychiatrischen Klinik.

Sie war bereits kurze Zeit in Gewahrsam genommen worden, dann aber angesichts ihrer Verwirrtheit in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Sie war im Konflikt mit ihrer Mutter. Seit vergangenem Oktober, als sie aus einer psychiatrischen Behandlung entlassen worden war, war ihr Aufenthaltsort unbekannt gewesen.

Hauptverdächtige

Aufgrund ihres mentalen Zustandes sei es derzeit nicht möglich, sie zu befragen, sagte Robin weiter. Wann die Tochter einvernommen werden könne, sei nicht bekannt. Sie sei aber die Hauptverdächtige in dem Fall, sagte Robin.

Die Eröffnung des Strafverfahrens gegen sei eine vorbeugende Massnahme, damit sie der Justiz zur Verfügung stehen müsse. Die Untersuchung sei aber blockiert, solange die Frau nicht einvernommen werden könne.

Konzeptkünstler und Ausstellungsmacher

Die Witwe von Rémy Zaugg lebte seit dem Tod ihres Mannes 2005 alleine in dem 7000 Quadratmeter grossen Anwesen, wo laut Staatsanwalt Hervé Robin auch eine grosse Kunstsammlung untergebracht ist.

Die französischen Behörden stellten nach dem Tötungsdelikt auch ein Gesuch an die Schweiz, um über allfällige verdächtige Geldbewegungen Auskunft zu erhalten. Die Witwe von Rémy Zaugg wohnte zeitweise auch in Basel.

Der Jurassier Rémy Zaugg war ein renommierter Konzeptkünstler. Er machte sich aber auch einen Namen als Ausstellungsmacher, so etwa für die Alberto-Giacometti-Retrospektive von 1991 in Paris. Als Kunsttheoretiker gilt er bis heute als wegweisend. Auch mit den Basler Architekten Herzog & de Meuron arbeitete Zaugg zusammen.