Wohlen
Taxiräuber von Wohlen zu Gefängnis verurteilt

Zwei junge Serben sind gestern zu hohen Freiheitstrafen verurteilt worden. Sie haben in Wohlen und Zürich Taxi-Fahrer ausgeraubt. Das Bezirksgericht Bremgarten verurteilte sie zu Freiheitsstrafen von 4¼ und 4 Jahren.

Jörg Baumann
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Taxi

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Keystone

Vor dem Bezirksgericht Bremgarten bettelten die beiden 19 und 20 Jahre alten Serben um eine zweite Chance – vergeblich: «Ihre Reue kommt zu spät», beschied ihnen Gerichtspräsidentin Isabelle Wipf. «Es reicht dem Gericht nicht, wenn sie sich erst zwei Wochen vor der Gerichtsverhandlung bei ihren Opfern entschuldigen wollen.»

Anführer einer Jugendbande

Die beiden Serben waren die Anführer einer Jugendbande, die auch aus Schulpflichtigen bestand. Die Bande spezialisierte sich darauf, Taxifahrer und Passanten auszurauben, und verübte mehrere Einbrüche. Die Überfälle auf zwei Taxifahrer in Wohlen vor bald einem Jahr versetzte die Bevölkerung in helles Entsetzen. Bei ihren Raubüberfällen auch auf weitere Taxichauffeure setzten die Täter ein Messer, einen Pfefferspray und eine Softgun ein, die einer Original-Beretta-Pistole täuschend glich. So setzten sie ihre Opfer schachmatt und konnten ihnen das Portemonnaie entreissen.

«Jetzt knalle ich dich ab»

«Es ging alles sehr schnell», berichtete ein Taxifahrer. «Einer der Räuber sprühte mir Pfefferspray ins Gesicht und rief: «Jetzt knalle ich dich ab.» Der andere Täter trat eine Fensterscheibe am Auto ein. «Die Waffe habe ich im Dunkeln nicht gesehen. Aber ich nahm an, dass sie auf mich gerichtet wurde», sagte der Taxifahrer. Zwei ausgeraubte Taxifahrer mussten unter dem erlittenen Schock ihren Beruf aufgeben.

Während einer einen neuen Job fand, ist der andere noch heute arbeitsunfähig. «Sie haben zwei berufliche Karrieren zerstört. Das ist verwerflich», warf die Gerichtspräsidentin den Angeklagten vor. Bei einem versuchten Überfall auf einen Taxifahrer wurden die Täter verhaftet. «Wäre das nicht gelungen, hätten sie weiter delinquiert», stellte die Gerichtspräsidentin fest. Als besonders verwerflich empfinde es das Gericht, dass die beiden Anführer ihre jüngere Kollegen ins Schlamassel gezogen hätten. Nur ihr jugendliches Alter bewahre sie vor einer noch höheren Strafe.

Verteidiger relativieren

Die Verteidiger sahen es genau umgekehrt. Jugendliche wie die beiden Serben müssten zwar hart, aber doch angemessen bestraft werden. Beide Angeklagten sitzen seit bald einem Jahr in Lenzburg und in Thorberg in Untersuchungshaft – «zusammen mit Mördern und Drogendealern», wie ein Verteidiger dramatisch erklärte. Aus Rücksicht auf ihr jugendliches Alter seien teilbedingte Strafen am Platz.

Deutlicher Warnschuss

Das Gericht ging nicht auf solche Kompromisslösungen ein, sondern schaltete auf eine härtere Gangart um: Der 19-jährige Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von 41⁄4 Jahren verurteilt, sein 20-jähriger Kumpan fasste eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren. Damit lehnte sich das Gericht an die Strafanträge der Staatsanwaltschaft an. Pikant ist, dass sich einer der Serben vor der Deliktserie in Muri einbürgern lassen wollte. Die Gemeinde kann das Gesuch nun sicher schubladisieren.