Mit der Anzeige bei der Polizei wolle er die Sache abschliessen und keine weiteren Kommentare mehr dazu abgeben, sagte Fehr am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Man solle ihm nicht vorwerfen können, dass er aus dem Vorfall politisches Kapital schlage.

Fehr erlitt bei der Attacke vor dem Albisgüetli mehrere Schrammen und eine Rippenprellung. Den Freitagabend verbrachte er im Triemlispital statt bei seinen Parteikollegen.

Zürcher Polizeivorsteher verurteilt Angriff

Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) kritisiert das Verhalten der Linksextremisten scharf. Dieses sei fundamental undemokratisch, schreibt er in einer Mitteilung. Weder mit Gewalt noch mit Polemik würden politisch tragfähige Lösungen erzielt.

Über den Polizeieinsatz vom Freitag wollte sich Leupi auf Anfrage der SDA nicht weiter äussern. Er werde sich an dieser Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt nicht beteiligen. Parteivertreter der SVP kritisierten am Wochenende in verschiedenen Medien, die Stadtpolizei habe Fehr nicht ausreichend geschützt.

Häuser mit Farbe verschmiert

Dass Linksextreme gewalttätig werden und einen Politiker verletzen, ist im Raum Zürich eine Seltenheit. Bis anhin machten Autonome meist nur mit Schmierereien oder Sachbeschädigungen Schlagzeilen.

Erst im Dezember wurden im Raum Winterthur die Häuser mehrerer SVP-Politiker mit Farbe verschmiert. Die Täter hatten es auf die Nationalräte Natalie Rickli und Jürg Stahl sowie alt Kantonsrat Rainer Heuberger abgesehen.

Nicht immer sind aber SVP-Exponenten das Ziel. So besprayten Unbekannte Ende Februar 2008 das Haus der damaligen Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer (SP).

Wenige Tage später wurde in Dietikon das Auto der Frau des Zürcher Justizdirektors Markus Notter (SP) angezündet. Im darauffolgenden Juli besprayten Unbekannte dann das Haus des damaligen Zürcher Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber (SP).

Ein Bekennerschreiben im Internet deutete damals darauf hin, dass die Täter aus der linksautonomen Szene stammten, wie nun auch bei der Attacke auf Nationalrat Fehr.