Bern
Stürmer entschuldigt sich für Pyro-Vorfall ++ YB verurteilt Angriffe auf Polizei

Die Spieler und Fans der Young Boys feierten am Samstag in Bern den Meistertitel. Stürmer Christian Fassnacht, der eine Pyro zündete, entschuldigt sich. Der Fussballclub verurteilt die Angriffe der Fans, durch die sieben Polizisten verletzt wurden.

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In Bern haben sich am Samstagabend zahlreiche Personen versammelt, um den Meistertitel des BSC Young Boys zu feiern. «Dabei wurden auch wiederholt verbotene Pyrotechnika und Feuerwerk abgefeuert», wie die Kantonspolizei Bern in einer Mitteilung schreibt. Auf einem Foto ist auch Stürmer Christian Fassnacht zu sehen, wie er eine Pyro zündet.

Pyros in einer Menschenmenge zu zünden ist gefährlich. Die Polizei schritt jedoch nicht ein. «Nach einer Vorsprache durch Einsatzkräfte der Kantonspolizei Bern wurde mit Blick auf die Verhältnismässigkeit und die zahlreichen Unbeteiligten entschieden, nicht einzuschreiten und Ermittlungen einzuleiten», wird begründet.

YB-Fans feiern den Meistertitel des BSC Young Boys
6 Bilder
Die Spieler Christian Fassnacht, Loris Benito, Sandro Lauper und Gianluca Gaudino jubeln mit den Fans
Wiederholt wurden verbotene Pyrotechnika und Feuerwerk abgefeuert
Stürmer Christian Fassnacht wurde mit einer Pyro in der Hand gesehen
Die Polizei ermittelt nun
Zuerst die Pyros, dann wurden Polizisten unter anderem mit Flaschen und Stühlen angegriffen.

YB-Fans feiern den Meistertitel des BSC Young Boys

STRINGER

Für die Kantonspolizei Bern gab es noch einen anderen Schauplatz: Kurz vor Mitternacht erhielt sie vom Sicherheitsdienst eines Lokals an der Aarbergergasse eine Meldung über eine Auseinandersetzung. Zudem ging ein vor Ort manuell ausgelöster Überfall-Alarm ein, welcher sich erst zu einem späteren Zeitpunkt als Fehlalarm herausstellte.

Umgehend rückte eine Patrouille zur Unterstützung und Abklärung aus. «Die beiden Einsatzkräfte wurden zunächst von einem Unbekannten und danach beim Versuch, diesen anzuhalten, von mehreren vermummten Personen massiv angegriffen», heisst es von seiten der Polizei. Auch eine zweite eingetroffene Patrouille sei umgehend mit Flaschen, Stühlen, Stangen und Körpergewalt angegriffen worden.

Nach dem Überfall-Alarm und zur Unterstützung der bei den Angriffen verletzten Mitarbeitenden wurden weitere Einsatzkräfte aufgeboten. Um die Verletzten in Sicherheit zu bringen und die Angreifer zurück zu drängen, setzten die Polizei Pfefferspray und Einsatzstock ein.

Die Bilanz: Insgesamt wurden sechs Polizisten und eine Polizistin verletzt, sechs davon mussten ins Spital gebracht werden. Weitere Verletzte seien derzeit nicht bekannt, so die Polizei. Ein Mann und ein Jugendlicher wurden angehalten. Sie werden verzeigt. Die Polizei sucht Zeugen.

YB verurteilt Angriffe auf Polizei

Der BSC Young Boys verurteilte am Sonntag die Angriffe auf die Polizei aufs Schärfste. "Mit grosser Enttäuschung und mit Wut" habe man von den Angriffen einiger Chaoten, die sich "Fans" nennten, aber mit den Werten von YB gar nichts zu tun hätten, Kenntnis genommen, hiess es in einer Mitteilung. YB werde alles daran setzen, die Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen zu unterstützen.

Der Spieler Christian Fassnacht werde mit internen Sanktionen rechnen müssen, insbesondere mit einer massiven Busse, nachdem er Pyro gezündet habe. "Es tut mir aufrichtig leid, dass mir in der grenzenlosen Euphorie diese Dummheit unterlaufen ist. Ich möchte mich dafür in aller Form entschuldigen", wurde Fassnacht in der Mitteilung zitiert. (sda/kpb/ldu)