Oensingen
Streit um Schwiegertochter führte zu Schiesserei

Bei der Schiesserei mit zwei Toten in Oensingen in der Nacht auf Freitag handelte es sich offenbar um einen Familien-Streit. Auslöser war anscheinend die Ehefrau und Schwiegertochter der beiden Todesopfer. Einer der Schützen meldete sich freiwillig.

Christoph Zehnder
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Schiesserei in Oensingen fordert zwei Todesopfer
9 Bilder
Auf diesem Platz wurde geschossen
Der Tatort am Morgen danach
Eine Person wurde mit Schussverletzungen ins Spital gebracht
Das Gebiet wurde während der Nacht grossräumig abgesperrt
Das Gebiet wurde während der Nacht grossräumig abgesperrt
Die Spurensicherung nahm sogleich ihre Arbeit auf
Die Spurensicherung nahm sogleich ihre Arbeit auf
Helles Flutlicht beleuchtete den Tatort

Schiesserei in Oensingen fordert zwei Todesopfer

Hanspeter Bärtschi

Vermutlich wurden die beiden vom Bruder und Vater der jungen Frau erschossen. Das zumindest berichtete die auf dem Hof wohnhafte Schwiegermutter gegenüber «20 Minuten». Die Schwiegertochter war mit ihrem Bruder und ihrem Vater auf den Hof gekommen.

Vor dem Gebäude kam es zwischen den Männern zum Streit. Zuerst wurde auf den Hausherrn (51) geschossen und als dessen Sohn (26) ihm zu Hilfe eilen wollte, zielten die Täter auch auf ihn. Schliesslich wurde auch noch ein Verwandter (43), der bei der Familie zu Besuch war, von Schüssen getroffen und verletzt. Er befindet sich mittlerweile ausser Lebensgefahr.

Täter meldete sich bei der Polizei

Nach der Schiesserei flüchteten die mutmasslichen Täter mit dem Auto vom Tatort. Kurze Zeit später meldete sich einer der beiden bei der Polizei und ein Patrouille konnte die beiden festnehmen. Sie leisteten dabei keinen Wiederstand. Für ihre Tat benutzten sie ein Sturmgewehr 90 und eine Pistole, wie die Kantonspolizei inzwischen mitgeteilt hat. Die Waffen konnten ebenfalls sichergestellt werden.

Augenzeugen berichteten, die Festnahme erfolgte in Fulenbach, nur wenige Kilomter von Oensingen entfernt. Die Täter sollen dort wohnhaft sein. Die Kantonspolizei wollte das jedoch nicht bestätigen und macht derzeit keine weiteren Angaben, weder zu den Tätern noch zu den Opfern.

Familienverhältnisse

Für Oensingens Gemeindepräsident, Markus Flury (FDP), kam die Nachricht von der Bluttat aus heiterem Himmel: «Ich wurde am frühen Morgen von der Polizei informiert», berichtet er. Kurz darauf machte er sich am Tatort selber ein Bild von der Lage. Aus Datenschutzgründen will auch er sich nicht zu den Todesopfer äussern. «Es ist wichtig, dass die Polizei jetzt in Ruhe ihre Arbeit machen kann».

Und diese ermittelt weiterhin auf Hochtouren: «Wir klären derzeit die genauen Familienverhältnisse ab», sagt Polizeisprecher Bruno Gribi. Bis weitere gesicherte Erkenntnisse zu der Bluttat vorliegen, werde es aber ein Weile dauern.

Untermieter auf Bauernhof

Die Schiesserei ereignete sich in der Nacht auf Freitag auf dem «Bobst-Hof» in Oensingen. Die Familie aus dem ehemaligen Jugoslawien bewohnt als Untermieter ein Gebäude des Hofs. Der Landwirt und Besitzer der Liegenschaft wollte sich nicht zum Vorfall äussern.

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