Tötungsdelikt

Staatsanwalt fordert lebenslänglich für Doppelmord von Zug

In diesem Wohnhaus wurden die Frauen 2009 getötet (Archiv)

In diesem Wohnhaus wurden die Frauen 2009 getötet (Archiv)

Der Mann, der im Februar 2009 in einer Zuger Wohnung mutmasslich zwei Frauen getötet hat, soll mit lebenslänglichem Freiheitsentzug bestraft und anschliessend verwahrt werden. Dies fordert die Zuger Staatsanwaltschaft, wie die Strafverfolgungsbehörden am Montag mitteilten.

Die Anklage gegen den heute 45-jährigen Schweizer lautet auf mehrfachen Mord, Raub, mehrfachen Betrug und vorsätzliche Brandstiftung. Er sei grundsätzlich geständig, sagte Marcel Schlatter, Sprecher der Zuger Strafverfolgungsbehörden, zur Nachrichtenagentur sda. In seiner Schilderung des Tatablaufs gebe es aber Unterschiede zur Anklage. Genaueres wollte Schlatter nicht sagen.

Seit seiner Verhaftung im April 2009 sitzt der Beschuldigte in Haft. Nach Ablauf der Untersuchungshaft wurde er in den vorzeitigen Strafvollzug verwiesen.

Als Handwerker bekannt

Laut Anklage war der Schweizer der wohlhabenden Wohnungsmieterin als Monteur bekannt. Sie liess ihn deshalb am 17. Februar 2009 in ihre Attikawohnung in der Zuger Siedlung Eschenring ein, als er kurz vor 09.45 Uhr klingelte. Bei der 54-Jährigen war zufällig eine 36-jährige Bekannte zu Besuch.

Der Mann überwältigte die beiden Frauen. Er fesselte sie an Händen und Füssen und klebte ihnen den Mund zu. Mit einem Kleidungsstück, das er sich in der Wohnung gegriffen hatte, erdrosselte er laut Anklage die Besucherin, danach tötete er die Mieterin.

Anschliessend suchte der Beschuldigte Schmuck, Uhren und Bargeld im Gesamtwert von mehreren zehntausend Franken zusammen. Er steckte zudem mehrere Kreditkarten ein, die er in den folgenden Tagen immer wieder benutzte.

Brand gelegt

Um seine Spuren zu verwischen, so die Staatsanwaltschaft, steckte der Mann eine Bettdecke und ein Kleidungsstück auf einem Wäscheständer an und verliess dann die Wohnung. Zwar erstickten die Flammen nach einer Weile von selbst, beim Brand bildete sich aber viel Russ, der in der Wohnung einen Sachschaden von rund einer halben Million Franken verursachte.

Die beiden Toten wurde erst zehn Tage später entdeckt: Eine beunruhigte Bekannte, so die Mitteilung, rief am 27. Februar die Zuger Polizei zur Wohnung. Zu Beginn der Ermittlungen war von einem "mysteriösen Todesfall" die Rede, allerdings nahmen die Ermittler aufgrund der vorgefundenen Situation von Anfang an ein Tötungsdelikt an.

Während die Wohnungsmieterin rasch identifiziert war, dauerte es Wochen, bis klar war, wer die andere Tote war. Im Mai schliesslich stand fest, dass es sich um eine Filippina mit Wohnsitz in Griechenland handelte, die in Zug zu Besuch war.

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