Schönenwerd

Spitzfindigkeiten gehen weiter

Diskussion um seinen Eingriff ins Augenzeugenprotokoll gehen weiter: Staatsanwalt Rolf von Felten.

Spitzfindigkeiten gehen weiter

Diskussion um seinen Eingriff ins Augenzeugenprotokoll gehen weiter: Staatsanwalt Rolf von Felten.

Ergänzung oder Änderung oder...: Die Diskussionen um den Eingriff von Staatsanwalt von Felten ins Augenzeugenprotokoll zum Raserunfall in Schönenwerd gehen weiter.

Marco Zwahlen / Christian von Arx

«Die Aussagen des Justizdirektor sind in mehreren Punkten objektiv unrichtig», reagiert Markus Weber (Aarau), Anwalt eines des wegen des Raserunfalls in Schönenwerd vom 8. November beschuldigten «Rasers», auf einen Artikel dieser Zeitung von letzten Samstag. Darin hatte Justizdirektor Walter Straumann nach Abklärungen Staatsanwalt Rolf von Felten in Schutz genommen. Weber hält fest: Der Staatsanwalt habe die Zeugenaussage «längeres, helleres» Fahrzeug nicht durch eine Klammeranmerkung ergänzt, sondern durch Durchstreichen und Einsetzen von «kürzeres dunkles» Fahrzeug inhaltlich abgeändert. Als Beweis legt er schriftlichen Stellungnahme eine Kopie der fraglichen Seite aus dem handschriftlichen Protokoll bei.
«Geschilderter Sachverhalt entspricht meinen Infos», nimmt Straumann auf Anfrage zu Webers Aussagen Stellung. Unbestritten sei, dass von Felten das am Augenschein vom 8. Dezmber an Ort und Stelle von allen Zeugen, Angeschuldigten und Verteidigern unterzeichnete Protokoll nachträglich abgeändert und am 10. Dezember allen Parteien nochmal zugesandt habe. Darin für alle ersichtlich: Besagte, durchstrichene aber lesbare Wörter, sowie darüber von Feltens Abänderung.

Aussage gegen Aussage

Straumann betont: Er habe nie von einer «Klammeranmerkung» gesprochen. Unabhängig davon sei für ihn jedoch klar, dass dem Staatsanwalt nicht - wie von diversen Seiten unterschwellig geschehen - «Fälschung» vorgeworfen werden könne. Ausserdem hat von Felten, der bei der Einvernahme dabei war, die Zeugenaussage seiner Änderung entsprechend gehört. Und auch andere staatsanwaltliche Protokolle, die den gleichen Zeugen einvernommen haben, sprechen von einem dunklen kürzeren Fahrzeug. Einer der Beschuldigten fuhr bekanntlich einen schwarzen VW Golf. Demgenüber hält Weber fest. Von einem Protokollierfehler könne keine Rede sein. Vielmehr entspreche die im Protokoll notierte Aussage des Zeugen dessen Äusserungen am Augenschein vom 8. Dezember.

Wie dem auch sein mag: Am Zug ist nun die Beschwerdekammer des Obergerichts. Weber hat «gegen die nachträgliche Änderung zulasten eines Beschuldigten» Beschwerde eingereicht. Böse Zungen behaupten, dass die Verteidung versuche, die Kontrollierbarkeit des Sachverhaltes in Frage stellen zu wollen. Klar ist aber ebenso: Bei unklaren und missverständlichen Aussagen, wird der zeuge an der Hauptverhandlung vor Gericht aussagen müssen respektive befragt werden. Beweismittel müssen gewürdigt werden. Dies sieht auch Straumann so. «Mysteriös und fragwürdig» findet der Justizdierktor, dass Dokumente eines laufenden Verfahrens an die Medien und damit die Öffentlichkeit gelangen.

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