Für die Schaffhauser Polizei steht der Vorfall stellvertretend für ein Problem, mit dem Polizisten regelmässig konfrontiert sind: Softair-Guns, die so echt aussehen, dass Polizisten nicht wissen, ob wirklich Gefahr besteht oder nicht.

Passiert ist es um halb drei Uhr morgens, als ein verwirrt wirkender Mann die Polizei anrief, weil seine Freundin tätlich angegriffen werde. Die Zweierpatrouille, die nach Löhningen ausrückte, traf aber lediglich auf den Anrufer.

Einen Angreifer suchten die Polizisten vergebens. Als sie mit dem offensichtlich stark betrunkenen Schweizer das Gespräch suchten, zückte dieser plötzlich eine Waffe und zielte damit auf den Kopf des einen Polizisten.

Täuschend echte Imitate

Wer in den Lauf einer Softair-Gun blicke, könne keinen Unterschied zu einer echten erkennen, sagte der Schaffhauser Polizeisprecher auf Anfrage der sda. Innerhalb von Sekunden müssten die Einsatzkräfte entscheiden, ob sie von ihrer eigenen, echten Waffe Gebrauch machten, um ihr Leben und das des Kollegen zu schützen.

In diesem Fall entschied sich der zweite Polizist dafür, den Arm des 35-Jährigen zu blockieren und den Betrunkenen zu Boden zu drücken. Noch während er überwältigt wurde, drückte der Mann jedoch ab. Zur Erleichterung der Polizisten gab es nur ein "Klick"-Geräusch. Verletzt wurde niemand.

"Es hätte auch sein können, dass der zweite Polizist seine Waffe zückt und auf den Angreifer schiesst", sagte der Sprecher weiter. "Dann wäre wegen eines Waffen-Imitates jemand verletzt worden." Wie sich herausstellte, hatte der Mann 3 Promille Alkohol im Blut. Der Vorfall wird nun von der Staatsanwaltschaft untersucht.

Seit Dezember 2008 unterstehen Softair-Guns dem Waffengesetz und dürfen in der Öffentlichkeit nicht getragen werden. Wer dennoch eine bei sich hat oder gar damit im Wald herumrennt und "Kriegerlis" spielt, muss mit einer Busse oder - falls ein Grossaufgebot ausgelöst wird - einem Strafverfahren rechnen.