Internetbetrug

Sieben Jahre Haft für grossangelegten Internetbetrug in Deutschland

Kunden bestellten im Internet Artikel, die gar nicht existierten (Symbolbild)

Kunden bestellten im Internet Artikel, die gar nicht existierten (Symbolbild)

Der 23-jährige Anführer einer Bande von Online-Betrügern ist vom Augsburger Landgericht am Dienstag zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der Gesamtschaden wurde auf mehr als einer Million Euro beziffert.

Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte lasse sich nur durch hohe Strafen beeindrucken, sagte der Vorsitzende Richter Rudolf Weigell. Die Kammer verurteilte ihn wegen banden- und gewerbsmässigen Betrugs sowie Computerbetrugs.

Die Bande hatte im Internet mit 31 Shops mindestens 1609 Kunden geprellt. Die arglosen Käufer bestellten im Internet Elektrogeräte, Silbermünzen und sogar Goldbarren, doch die Ware sahen sie nie - weil es sie gar nicht gab.

Unter dem Decknamen Hansi erteilte der 23-Jährige aus Essen Bandenmitgliedern nach Überzeugung des Gerichts Aufträge und liess sie die Internet-Shops erstellen. Ausserdem erschlich sich die "Fakeshop-Bande" Daten von Bankkunden und hob Geld von sieben Festgeldkonten ab.

Staatsanwalt Andreas Strasser hatte in seinem Plädoyer acht Jahre Haft für den Anführer gefordert. "Die Tat ist in hohem Masse professionell und von hoher krimineller Energie geprägt."

Die Betrüger waren den Ermittlern bei einer bundesweiten Razzia im Mai 2011 ins Netz gegangen, nachdem Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft ihnen anderthalb Jahre lang auf den Fersen gewesen waren. Drei der ursprünglich vier angeklagten Mitglieder der "Fakeshop-Bande" wurden vom Landgericht im bayerischen Augsburg bereits zu bis zu vier Jahren Haft verurteilt.

Nach Meinung der Verteidigung gab es keine Grundlage für einen Schuldspruch - sie stellte daher keinen Antrag. Der Verurteilte kündigte Revision an.

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