Basel

Schwerverletzt in Park: Wollte sich Ex-FCB-Präsident René C. Jäggi das Leben nehmen?

Wurde EX-FCB-Präsident René C. Jäggi schwerverletzt im Spital-Park aufgefunden?

Wurde EX-FCB-Präsident René C. Jäggi schwerverletzt im Spital-Park aufgefunden?

Am Donnerstag wurde ein Mann mit Schussverletzungen im Park beim Basler Bethesda-Spital aufgefunden. Beim Schwerverletzten handelt es sich um Ex-FCB-Präsident René C. Jäggi.

Angestellte des Bethesda Spitals fanden am frühen Donnerstagmorgen einen schwer verletzten Mann. Er sass auf einem Stuhl im Park vor dem Spital. Verletzt durch einen Schuss. Wie die Staatsanwaltschaft später mitteilte, gab es keine Hinweise auf Dritteinwirkung oder einen Unfall. Sprich: Man muss von einem Suizidversuch ausgehen.

Wie Blick.ch am Freitag schrieb, sei der Verletzte kein Unbekannter. Es handle sich um René C. Jäggi, den ehemaligen Präsidenten des FC Basel.

Eine schlechte Nummer 2

1996 übernahm Jäggi das Zepter beim FC Basel. Zuvor war er für verschiedene Unternehmen in der Schweiz, Deutschland, den USA und Japan tätig, wurde 1987 mit 39 Jahren Vorstandsvorsitzender von Adidas.

1990 sicherte sich Bernard Tapie die Aktienmehrheit des deutschen Sportartikelherstellers. Zwei Jahre später verliess Jäggi das Unternehmen. Er kam nicht klar mit Egomane Tapie, sagte später von sich selbst, er sei eine schlechte Nummer 2.

Jäggi hatte einen Namen als gewiefter Sanierer maroder Unternehmen, als er beim FCB übernahm. Es lief nicht rund, damals, 1996, zwei Jahre nach dem Wiederaufstieg in die Nationalliga A. Basel kämpfte immer wieder um den Liga-Erhalt. Trotz der Verpflichtung der Bundesliga-Stars Maurizio Gaudino und Oliver Kreuzer sowie Trainer Jörg Berger schrammten die Basler auch 1998 nur hauchdünn am Abstieg vorbei.

Alles wurde besser mit der Verpflichtung von Christian Gross. Für Jäggi selbst gipfelte diese Zusammenarbeit im Double 2002, den ersten FCB-Titeln nach 22-jähriger Durststrecke, der Champions-League-Qualifkation. Jäggi führte den Verein zum Glanz der alten Zeiten, schraubte das Budget in seiner Ägide von 6,8 auf 24 Millionen hoch. Danach ging Jäggi, stürzte sich auf die nächste Herausforderung, die Rettung des maroden 1. FC Kaiserslautern. Er liebte sie, diese vermeintlich unlösbaren Aufgaben.

Jäggi stammte aus einfachen Verhältnissen. Seine Eltern waren Wirtsleute. 13-mal zogen sie um während seiner Kindheit. 2003 sagte er in einem Interview mit der Zeitschrift Annabelle: «Für mich bedeutete das immer wieder neue Lehrer, immer wieder neue Klassen, immer wieder die Herausforderung: Wer ist der Stärkste? Immer neu der Zwang, sich irgendwo einzuordnen, immer wieder Abschied und Tränen und ein neues Zuhause. Da fehlt einem natürlich das Gefühl der Geborgenheit, das diejenigen haben, die ihre ersten 18 Lebensjahre am selben Ort verbringen.»

Judoka mit dem 5. Dan

Jäggi trotzte den widrigen Umständen, studierte Sport an der Universität Basel, Marketing in St. Gallen. Dann zog es ihn nach Japan, an die Waseda-Universität in Tokio. Auch wegen des Kampfsports Judo, den er seit seinem zwölften Lebensjahr trainierte. Jäggi brachte es bis zum 5. Dan, war Spitzenjudoka.

Die Zeit in Fernost prägte ihn. So sagte er Ende Juli auf die Frage der «Schweiz am Sonntag», ob er sich im Alter von 67 Jahren nicht zu viel zumute: «Ich habe lange genug in Asien gelebt und gelernt, auf meinen Körper zu hören. Mein Geist und mein Körper befinden sich absolut im Gleichklang.»

René C. Jäggi suchte die Herausforderung, er behauptete, absolut ausgeglichen zu sein – sein Selbstmordversuch bleibt rätselhaft. Weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft wollten am Freitag die Meldung von Blick.ch bestätigen.

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