Duggingen BL
Schwerer Unfall bei Pfadi-Übung: Mädchen stürzt 20 Meter in die Tiefe

Ein 12-jähriges Mädchen stürzte bei einer Pfadi-Übung in Duggingen BL eine Felswand hinunter. Sie zog sich schwere Verletzungen zu und musste mit einem Rega-Helikopter ins Spital geflogen werden.

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Kapo BL

Auf dem Gebiet der Ruine Bärenfels in Duggingen BL kam es am Samstagnachmittag bei einer Pfadi-Übung zu einem schweren Unfall.

Dabei stürzte ein 12-jähriges Mädchen rund 20 Meter in die Tiefe. Das Mädchen zog sich schwere Verletzungen zu und musste mit einem Rega-Helikopter ins Spital geflogen werden.

Der Unfall ereignete sich bei schönem Wetter kurz nach 15.30 Uhr bei der Ruine Bärenfels. Diese nur teilweise erhaltene mittelalterliche Anlage liegt hoch über dem Schloss Angenstein an der Birs auf einer steilen, zerklüfteten Kalkfelskante, die das Birseck vom Laufental abgrenzt.

Unter der Felskante schliesst ein steiler Buchenmischwald-Hang an, durch den ein Wanderweg nach Aesch BL führt.

Wie es zum Unfall kommen konnte und ob noch mehrere Personen in den Unfall involviert sind, ist zurzeit unklar.

Ein Polizeisprecher machte auf Anfrage weder zur Grösse der Pfadigruppe noch zu deren Leitung zum Unfallzeitpunkt nähere Angaben. Behörden und Pfadfinder hätten vorerst Stillschweigen vereinbart.

Wiederholt schwere Pfadi-Unfälle

Bei Pfadi- und Jugendlagern war es in vergangenen Jahren wiederholt zu schweren Unfällen gekommen. So kam 2011 in einem Pfingstlager des christlichen Jugendverbandes Cevi ein achtjähriges Mädchen bei einem Unfall auf einer selbst gebauten Seilbahn ums Leben.

Im selben Jahr starb ein 13-jähriger Pfadfinder bei einer Wanderung im Kanton Freiburg.

2012 zogen sich bei einer Wanderung im Kantonallager der Pfadi St. Gallen zwei Jugendliche schwerste Brandverletzungen zu, als sie mit Brennsprit hantierten.

Die "Pfadi"-Organisationen decken normalerweise die Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen ab - jüngere heissen "Wölfli".

Bei den üblichen samstagnachmittäglichen Freiluft-"Übungen" der lokalen Abteilungen werden spielerisch Sozialkompetenz und Verantwortungsbewusstsein geschult.

Laut Pfadi-Website sollen die Kinder ihre eigenen Fähigkeiten entdecken und erweitern, wobei der Gruppe grosse Bedeutung zukommt; die Zugehörigkeit wird teils mit Uniformen manifestiert. Ältere Pfadi übernehmen oft die Führung von sechs- bis achtköpfigen Gruppen.

Der genaue Hergang sind Gegenstand von laufenden Abklärungen und Ermittlungen durch die Baselbieter Polizei.