Die Vermummten hätten sich in Anführungszeichen "geschickt verhalten", sagte der Chef der Regionalpolizei Bern, Manuel Willi. Sie hätten nämlich immer die Nähe der friedlichen Kundgebungsteilnehmer gesucht. Zu Beginn der Demo hätten sich zudem Kinder in deren Nähe aufgehalten.

Ausschreitungen in Bern (Quelle: youtube/Nicolas Heinzelmann)

Ausschreitungen in Bern

"Wenn Militante Tausende quasi in Geiselhaft nehmen, wird jeder Polizeieinsatz schwierig": So sieht dies Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause.

Der Kommandant der Kantonspolizei, Stefan Blättler, ging auch auf die Frage ein, ob man die Kundgebung von Anfang an hätte verhindern sollen. Dann aber wäre es womöglich schon auf dem Bahnhofplatz - zu Beginn der Kundgebung - zu einer Eskalation gekommen, sagte er. Zudem habe in der Öffentlichkeit ganz klar die Meinung geherrscht, die Demo sei zu dulden.

Laut Blättler standen in der Nacht auf Sonntag "mehrere Hundertschaften" von Polizisten im Einsatz. Die Berner Kantonspolizei bot im Lauf der Nacht Einsatzkräfte von anderen Kantonen auf.

Die verletzten Polizisten erlitten Prellungen, Zahnschäden, Gehörschäden und Fussverletzungen. Blättler sagte, die Polizei werde alles daran setzen, die für die Randale Verantwortlichen zu identifizieren. Laut Willi kamen diese auch "von ausserhalb".

Wasserwerfer, Tränengas und Gummischrot

Willi verteidigte auch das Vorgehen nach dem Angriff der Randalierer auf den Zaun vor dem Bundeshaus. Die Polizei habe zuerst nur Pfefferspray eingesetzt. Als sich die Lage nicht beruhigt habe, sei der Wasserwerfer zum Einsatz gekommen. Dieser sei versteckt gewesen, um nicht zu provozieren.

Als dann die Randalierer den Zaun durchbrochen hätten, seien auch Tränengas und Gummischrot zum Einsatz gekommen. Der sogenannte "Mitteleinsatz" sei also nur nach und nach erhöht worden. Mit einer Polizeikette hätten schliesslich die Ordnungskräfte verhindern können, dass die Randalierer bis zum Bundeshaus gelangten. Dieses war bei "Tanz dich frei" 2012 verschmiert worden.

Den Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt habe die Polizei schliesslich auch anderswo, weil die Polizei die Kundgebung habe auflösen wollen, sagte Willi. Blättler: "Die Bilder sprechen für sich."