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Schnee führt zu sonderbarem Notruf: «Tochter muss auf WC, dringend»

Der am späteren Nachmittag einsetzende Schneefall hat gestern im ganzen Kanton zu Verkehrsbehinderungen geführt. Bis 19 Uhr meldete die Polizei drei Dutzend Unfälle.

toni widmer
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Auch im Mittelland kam es gestern ab dem späten Nachmittag bis in die frühen Abendstunden zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. So war bereits gegen 16 Uhr auf der A1 zwischen Aarau und Hunzenschwil ein Fortkommen nur noch im Schritttempo möglich (Bild). Zwischen 15 Uhr und 19 Uhr kam es im Aargau zu rund drei Dutzend Unfällen, die der Polizei gemeldet wurden. Die «Dunkelziffer» dürfte weit höher sein. Abgesehen von zwei Leichtverletzten blieb es bei Blechschäden. (to) Seiten 24 und 27

Auch im Mittelland kam es gestern ab dem späten Nachmittag bis in die frühen Abendstunden zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. So war bereits gegen 16 Uhr auf der A1 zwischen Aarau und Hunzenschwil ein Fortkommen nur noch im Schritttempo möglich (Bild). Zwischen 15 Uhr und 19 Uhr kam es im Aargau zu rund drei Dutzend Unfällen, die der Polizei gemeldet wurden. Die «Dunkelziffer» dürfte weit höher sein. Abgesehen von zwei Leichtverletzten blieb es bei Blechschäden. (to) Seiten 24 und 27

Wenn es im Flachland ausnahmsweise wieder einmal heftig schneit, fällt der Verkehr zusammen. Das lag gestern, am späten Nachmittag und frühen Abend, allerdings weniger an der mangelnden Winterausrüstung: «Es gibt immer noch Leute, die bei solchen Verhältnissen mit Sommerpneus unterwegs sind. Aber die meisten Autofahrer, die uns zu Hilfe riefen, hatten Winterpneus an ihren Fahrzeugen montiert», sagte ein Abschleppunternehmer, der gestern mit drei Bergungsfahrzeugen im Freiamt, Wynental und Ostaargau unterwegs war, aber auch mit der doppelten Kapazität die anstehenden Abschleppaufträge kaum hätte in nützlicher Frist erfüllen können.

Kleine Karambolagen

Wie die Kantonspolizei, die bis um 19 Uhr schon drei Dutzend Unfälle registriert hatte, sprach auch der Abschleppunternehmer von Bagatellen: «Die meisten sind von der Strasse gerutscht, ohne dass dabei viel Schaden entstanden ist. Da und dort ist gelegentlich auch jemand in einen Baum, einen Gartenzaun oder in ein anderes Auto gefahren oder eben gerutscht. Doch auch hier blieb es meistens bei vergleichsweise geringen Blechschäden.»

Kleinere Verletzungen gemeldet

Das stellte auch die Polizei fest. Auf der Einsatzzentrale wusste man von zwei Personen, die mit leichten Verletzungen selber einen Arzt aufgesucht hatten. Ambulanzen hätten keine aufgeboten werden müssen.

Besonders prekär waren die Strassenverhältnisse offenbar im Ostaargau. Von der Strecke Baden–Bremgarten wurden der Polizei zehn Unfälle gemeldet und aus der Region Brugg vier. Auch Busse kamen anfänglich nicht mehr überall vorwärts. So konnte im Aarau für kurze Zeit das Telliquartier nicht mehr angefahren werden. Zeitweise gesperrt waren auch die Postautostrecke von Busslingen auf den Rohrdorferberg sowie die Strasse zwischen Dintikon und Ammerswil. Bis die Strassen gesalzen waren, blieben auch mehrere Lastwagen stecken. So blockierte ein Brummi für über eine halbe Stunde den Stadtzubringer T5 vor Aarau. Von dort kommt auch die Notfallmeldung des gestrigen Vorabends: «Wir stecken fest und meine Tochter muss ganz dringend aufs WC», meldete eine Mutter über Telefon 117. Laut Polizei haben sich die Verhältnisse auf den Aargauer Strassen ab 19 Uhr langsam wieder gebessert.