Schlafzimmerräuber
«Schlafzimmerräuber» - Die Taten

Gegen den «Schlafzimmerräuber», der 1992 bei einem Raubüberfall in Gerlafingen eine Frau getötet haben soll, wird wieder ermittelt. Ein Angehöriger des Opfers hat Strafanzeige wegen Mord eingereicht. Die weiteren Taten des Beschuldigten.

Drucken
Teilen

Das frühere Kriminalgericht hatte den damals flüchtigen Beschuldigten 1995 in Abwesenheit wegen qualifizierter Notzucht, mehrfachen qualifizierten Raubes, mehrfachen qualifizierten Diebstahls, mehrfacher Freiheitsberaubung und weiterer Delikte zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren verurteilt.

Nach seiner Verhaftung im Jahre 1998 wurde dem Beschuldigten das Urteil des Kriminalgerichtes eröffnet. Dabei erklärte der Beschuldigte, dass er das Urteil nicht annehme und eine neue gerichtliche Beurteilung wünsche. Das Kriminalgericht wies den Fall in der Folge zur allfälligen Ergänzung der Untersuchung und erneuten Anklageerhebung an die Strafverfolgungsbehörden zurück. In die anschliessende Untersuchung wurden auch Taten einbezogen, die bisher nicht Gegenstand der Anklage und des Abwesenheitsurteils des Kriminalgerichtes waren.

In Bezug auf die Schiesserei mit der Polizei in Bellach hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den Beschuldigten eingestellt. Der frühere Staatsanwalt hatte vor Kriminalgericht einen Freispruch für den Beschuldigten beantragt. Das Kriminalgericht sprach den Beschuldigten 1995 denn auch vom Vorwurf des versuchten Mordes frei, da nicht der Beschuldigte, sondern ein weiteres Mitglied der damaligen Schlafzimmerräuberbande auf die Polizei geschossen hatte.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft überzeugt das Urteil des Kriminalgerichtes. Die Staatsanwaltschaft sieht daher davon ab, die Ermittlungen in diesem Fall weiterzuführen oder erneut Anklage beim Gericht zu erheben.

Das Verfahren wegen weiterer Delikte hat die Staatsanwaltschaft wegen Verjährung eingestellt. Von der Verfahrenseinstellung sind einerseits zwei Raubüberfälle aus den Jahren 1992 in Iberg und Oensingen betroffen. Die beiden Raubüberfälle waren 1995 vom Kriminalgericht nicht beurteilt worden, da der damalige Staatsanwalt keine Anklage erhoben hatte.

Die Staatsanwaltschaft ist in Bezug auf die beiden Raubüberfälle zum Schluss gekommen, dass die Taten aufgrund der eingetretenen Verjährung nicht mehr verfolgt werden können. Von der Verfahrenseinstellung sind aber auch diejenigen Taten betroffen, die 1995 vom Kriminalgericht beurteilt wurden und zu einer entsprechenden Verurteilung des Beschuldigten geführt haben.

Die Einstellungsentscheide der Staatsanwaltschaft sind noch nicht rechtskräftig. Die Geschädigten haben die Möglichkeit, die Einstellungsentscheide mit Beschwerde beim Obergericht anzufechten.

Die Staatsanwaltschaft ist sich bewusst, dass die Einstellungsentscheide bei den Opfern und ihren Angehörigen grosse Betroffenheit und Enttäuschung auslösen. Die Staatsanwaltschaft bedauert dies ausserordentlich. Auch aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist es äusserst stossend, dass sich der Beschuldigte nicht mehr für seine schweren Taten vor Gericht verantworten muss.

Aktuelle Nachrichten