Ehrendingen

Schiesserei und Prügel: Bandenkrieg in Ehrendingen

Über 100 Hells Angels stürmten einen Versammlungsort der feindlichen Rocker-Gang Outlaws MC in Ehrendingen und schlugen Autos und Motorräder zu Schrott. Es fielen auch Schüsse.

Der Vorfall geschah am Samstag im aargauischen Ehrendingen. Die Hells Angels stürmten den Versammlungsort der Rocker-Gang Outlaws MC und schlugen mit Baseballschlägern und Steinen zahlreiche Autos und Motorräder zu Schrott. Dabei seien auch mehrere Schüsse auf Fahrzeuge abgegeben worden, sagte Kantonspolizei-Sprecher Max Suter auf Anfrage zu Medienberichten. Ein Mitglied des Outlaws MC sei von den Angreifern verletzt worden, habe jedoch nicht hospitalisiert werden müssen. Die Hells Angels richteten aber sehr grossen Sachschaden an.

Suter sprach von einem «Machtspiel». Die Outlaws wollen am Samstag in Ehrendignen einen neuen Club gründen, was den Hells Angels offenbar nicht passte. Laut dem Polizeisprecher sollte mit dem Angriff demonstriert werden, «dass die Macht jemand anderem gehört». Den Angaben zufolge ist die Gründung von Outlaws Switzerland geplant.

Rocker in Gewahrsam

Die Polizei hat fünf der Rocker in Gewahrsam genommen. Es sei aber noch nicht klar, zu welchem der Clubs sie gehörten, sagte Suter. Über weitere Aktionen der Polizei machte er keine Angaben. Vorerst werde der Tatort untersucht und die Verhafteten befragt. Weitere Informationen stellte der Sprecher für Sonntagmorgen in Aussicht.

Die Outlaws wurden nach eigener Darstellung 1935 in McCook, einem Vorort von Chicago, gegründet und sind damit einer der ältesten Motorradclubs der Welt. Der deutsche Zweig geht auf die 1973 im fränkischen Kitzingen gegründeten Ghost Riders zurück, die sich 2001 den Outlaws anschlossen. Der Club hat im deutschen Bundesgebiet knapp 40 regionale Untergliederungen, die sogenannten Chapter. (SDA/sza)

Meistgesehen

Artboard 1