Kriminalität

Ring von Kreditkarten-Fälschern gesprengt

Die Betrüger ergaunerten sich Daten zur Kopie von Bankkarten (Symbolbild)

Die Betrüger ergaunerten sich Daten zur Kopie von Bankkarten (Symbolbild)

Fahnder in Rumänien haben einen weltweit operierenden Ring von Bankkarten-Fälschern ausgehoben. Die Bande hatte die Daten von etwa 36'000 Inhabern von «Plastikgeld» in 16 europäischen Ländern elektronisch ausgespäht.

44 Mitglieder des Netzwerks wurden in Rumänien festgenommen. Die am Donnerstag mit der internationalen Polizeioperation "Pandora-Sturm" zerschlagene Gruppierung hatte sich darauf spezialisiert, Bankomat- und Kreditkarten-Bezahlgeräte in grossen Einkaufszentren in ganz Europa zu manipulieren. Ausserdem war die Bande im Internetbetrug aktiv.

Die Täter beschafften sich Pincodes von Bankkarten, nachdem sie die Kartenlesegeräte in Einkaufszentren manipuliert und Schadsoftware installiert hatten, wie Europol erklärte. Die Geräte speicherten die Daten in dem Augenblick, in dem die nichts ahnenden Besitzer die Karten zum Bezahlen oder Geldbeheben verwendeten.

Schweiz am Rande betroffen

Die so gewonnenen Daten benützten die Fälscher, um "geklonte", identisch aussehende Karten herzustellen. Damit bezahlt wurde laut Europol vor allem in Argentinien, Kolumbien, der Dominikanischen Republik, Japan, Mexiko, Südkorea, Sri Lanka, Thailand und den USA.

Betroffene Länder waren nach den Angaben der rumänischen Behörden unter anderem Deutschland, Österreich, Spanien, Portugal, Frankreich und Grossbritannien. Die Schweiz ist nach Angaben des Bundesamtes für Polizei (fedpol) nur ganz am Rande betroffen.

Die Ermittler hoben am Donnerstag in Rumänien zwei illegale Werkstätten aus, wo Geräte und Software für das Daten-"Skimming" entwickelt worden waren. "Skimming" heisst das illegale Ausspähen der geheimen Angaben von Bankomat- und Kreditkarten.

Hausdurchsuchungen in Grossbritannien

Bei 82 Hausdurchsuchungen wurden verbotenes elektronisches Gerät, Finanzdaten, "geklonte" Karten und Bargeld sichergestellt. Mehr als 400 Polizisten waren in die von der rumänischen Cybercrime-Einheit geleitete Operation eingebunden. Auch in Grossbritannien fanden im Rahmen von "Pandora-Sturm" Hausdurchsuchungen statt.

Eine Schadenssumme wurde nicht angegeben. Die rumänische Staatsanwaltschaft hatte zuvor laut der französischen Nachrichtenagentur AFP von etwa zwei Millionen Euro gesprochen, die vor allem in Deutschland und Grossbritannien ergaunert worden seien.

Der von den rumänischen Behörden koordinierte "Pandora-Sturm" wurde von 20 Polizeieinheiten aus Europa, den USA und Australien unterstützt. Troels Oerting, Chef der Europol-Cybercrimes-Einheit (EC3), lobte den Einsatz als Beispiel für gute Zusammenarbeit auf einem internationalen Level.

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