Administrativer Fehler
Rega schreibt junge Frau tot - doch Goldie lebt

Zwei Jahre lang war Goldie Jungen für ihre Krankenversicherung «gestorben». Schuld ist die Rega, die die 18-Jährige nach einem Velounfall für tot erklärte. Die junge Frau ist aber quietschfidel.

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Keystone

Die 18-Jährige Goldie Jungen verunfallt am 5. Februar 2008 mit ihrem Velo und muss durch die Schweizerische Rettungsflugwacht ins Spital geflogen werden.

Ein Rettungsflug mit der Rega ist an sich nichts Ungewöhnliches. Nur unterläuft der Rega in diesem Fall ein riesiges Malheur: In ihrem Bericht an Jungens Krankenkasse Concordia erklärt die Rettungsflugwacht die blonde 18-Jährige für tot, wie ein Auszug eines Originalberichts zeigt, den der «Blick» am Mittwoch veröffentlicht hat: «Als unser Notarzt beim Patienten eintraf, konnte nach kurzer Zeit nur noch den Tod festgestellt werden», schreibt die Rega. Ein «administrativer Fehler», wie sie später zugibt.

Die Concordia streicht die «Tote» danach aus ihrem Versicherungsregister - ohne Rücksprache mit der Familie - und stellt keine weiteren Forderungen.

Neue Police schockt

Die Detailhandelsangestellte aus Dänikon merkt nichts davon - hat sie doch ihre Rechnungen bis anhin nicht selbst bezahlt. Auch ihre Mutter schöpft keinen Verdacht, auch dann nicht, als sie für die Familienpolice weniger berappen muss.

Schlagzeile des «Blick»: «Die Rega hat mich tot gemacht»

Schlagzeile des «Blick»: «Die Rega hat mich tot gemacht»

Blick

Als Goldie 18 und damit mündig wird, fragt deren Mutter bei Concordia nach einer neuen Police für ihre Tochter nach. Doch bei der Krankenkasse heisst es: «Ihre Tochter ist tot.»

Concordia fordert Rückzahlung

Da die Totgeglaubte aber putzmunter ist, geht die Krankenkasse dem Fall nach und entschuldigt sich für ihren Fehler.

Damit lässt sie die Geschichte aber nicht auf sich ruhen: Concordia fordert Goldie Jungen auf, die versäumten Prämien in der Höhe von über 2300 Franken nachzubezahlen. Als sich die Mutter wehrt, droht die Krankenkasse gar mit Betreibung.

Schlussendlich verzichtet der Versicherer aber doch noch auf die Rückforderungen: «Wir möchten Goldie Jungen mit diesem Entscheid unseren Goodwill zeigen und uns für die Unannehmlichkeiten entschuldigen», zitiert «Blick» aus dem Brief von Concordias Direktionsmitglied Mark Glutz.

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