Aarburg
Präsident zum Bootshaus-Brand: «Alles ist weg, einfach verbrannt»

Am frühen Montagmorgen ist das Bootshaus des Nautischen Vereins in Aarburg abgebrannt. Der Sachschaden wird auf rund 200'000 Franken beziffert. Der Verein ist schockiert. Bereits 2007 wurde das Bootshaus vom Hochwasser überschwemmt.

Silvan Hartmann
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Über dem zerstörten Brandhaus steht eine SBB-Brücke, die arg in Mitleidenschaft gezogen wurde
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Das Lagerhaus ist zerstört
Der Sachschaden ist beträchtlich
Der Verein vermutet Brandstiftung
Wurde die Liegenschaft in der Nacht mit Holz angezündet?
Die Kantonspolizei Aargau ermittelt

Über dem zerstörten Brandhaus steht eine SBB-Brücke, die arg in Mitleidenschaft gezogen wurde

Silvan Hartmann

Präsident Walter Näf blickt enttäuscht in die morgendlichen Nebelschwaden über der Aare. In der Nacht auf heute Montag, den 24. Dezember, brannte das Bootshaus des Nautischen Vereins Aarburg, eine Art Pontonierverein, komplett ab.

«Werkzeuge, Seile, Absperrmaterial, Ruder - alles ist weg, einfach verbrannt!», sagt Näf und verwirft die Hände.

Kurz nach vier Uhr wird Näf von einem Feuerwehrmann aus dem Schlaf gerissen. Das Werkstattgebäude steht in Vollbrand. Zuvor schlugen Automobilisten und Anwohner Alarm, die meterhohen Flammen gesehen haben.

Mit über 100 Personen rückt die Feuerwehr zum Werkstattgebäude aus, das westlich des Städtchens unmittelbar am Ufer der Aare steht. Der Feuerwehr gelingt es, den Brand rasch unter Kontrolle zu bringen und zu löschen.

Dennoch ist des vielen Materials im Raum nichts mehr übrig geblieben - der Sachschaden wird auf 200'000 Franken geschätzt.

Schiffscontainer von Ueli Giezendanner

Walter Näf äusserte sich auch auf Radio Argovia zum Brand im Bootshaus und sagte, es wäre am besten, wenn er einen alten Schiffscontainer hätte. Dort könne er dann das übrig gebliebene Material und Brennholz verstauen. Er schlug zugleich auch vor, dass ihm vielleicht Ueli Giezendanner, dessen Transportunternehmen in Rothrist stationiert ist, helfen könnte. Ueli Giezendanner zu Radio Argovia: «Wir finden sicher einen Container und bringen diesen nächste oder übernächste Woche vorbei.» Näf: «Das ist natürlich toll. Jetzt haben wir Weihnachten.» (cfü)

Brandstiftung steht im Vordergrund

«Erst noch haben wir uns vom Hochwasser im Jahr 2007 erholt - und jetzt das», sagt Näf. Er wisse noch nicht, wie es weitergehen soll und ob das Haus überhaupt wieder aufgebaut werden könne.

Vor fünf Jahren wurde der Nautische Verein Aarburg Opfer des Hochwassers, worauf die gesamte Liegenschaft am Ufer der Aare überschwemmt wurde. «Wir zeigen Charakter. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch dies schaffen.»

Nach ersten Ermittlungen geht die Kantonspolizei Aargau von Brandstiftung aus. Auch Vereinsmitglieder können sich nur vorstellen, dass jemand das Haus angezündet hat. Brisant: Offenbar soll der Brand bei einem Holzschopf ausgebrochen sein. Dies konnte allerdings von Ermittlern nicht bestätigt werden.

Das Bootshaus in Aarburg wurde beim Feuer vollständig zerstört

Das Bootshaus in Aarburg wurde beim Feuer vollständig zerstört

Keystone

Brücke in Mitleidenschaft gezogen

Über dem Bootshaus befindet sich eine Eisenbahnbrücke, die durch den Brand stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die SBB musste daraufhin die betroffene Strecke bis um acht Uhr sperren und den Bahnverkehr auf der Strecke Zürich-Bern über die alte Strecke umleiten.

Um acht Uhr gab dann die SBB die Strecke wieder frei. Güterzüge können jedoch weiterhin nicht über die SBB-Brücke rollen. Erst sollen Statiker prüfen, wie weit die Tragfähigkeit der Brücke beeinträchtigt wurde.