Polizistenmord
Polizistenmord: Bund wäre für die Entwaffnung des Täters zuständig gewesen

Nun ist klar: Der Bund und nicht die kantonale Militärbehörde wäre für den Einzug der Dienstwaffe des Todesschützen von Schafhausen verantwortlich gewesen.

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 Die beiden Polizisten sollten am Dienstagmorgen in Schafhausen eine Wohnung zwangsräumen, wie die Kantonspolizei Bern mitteilte.
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 Als der 35-jährige Mieter nicht reagiert habe, hätten sie kurz nach 8 Uhr versucht, die Türe zu öffnen. Daraufhin habe der Mann aus dem Innern des Hauses auf die Polizisten geschossen.
 Der ältere der beiden - ein 39-Jähriger - wurde in der Bauchgegend getroffen.
 Der zweite Polizist, ein 29-Jähriger, wurde am Oberarm verletzt, konnte aber über Funk Verstärkung aufbieten.
 Laut Polizeiangaben war eine weitere Patrouille zufällig in der Gegend.
 Sie konnte den Schützen verhaften, der sich inzwischen im Freien aufhielt.
 Die Kantonspolizei Bern will um 16 Uhr eine Pressekonferenz abhalten und über das Tötungsdelikt in Schafhausen informieren.

Die beiden Polizisten sollten am Dienstagmorgen in Schafhausen eine Wohnung zwangsräumen, wie die Kantonspolizei Bern mitteilte.

Newspictures

Der 35-Jährige erschoss letzte Woche einen Polizisten. In der Nähe des Tatortes fand die Polizei eine Ordonnanzwaffe. Schon kurz nach der Tat wurde bekannt, dass der mutmassliche Täter 2007 aus medizinischen Gründen aus der Armee entlassen worden war. Ein Aufgebot, um die militärische Ausrüstung, allen voran die Waffe, abzugeben, hatte der Mann aber nicht erhalten.

Am Freitag herrschte Uneinigkeit, welche Stelle dafür zuständig gewesen wäre. Armeesprecher Daniel Reist verwies zunächst auf das Kreiskommando Bern, also die kantonale Militärbehörde.

Diese sei laut allgemeiner Verordnung normalerweise auch für das Aufgebot zur Abrüstung zuständig, führte Reist am Dienstag auf Anfrage aus. Tatsächlich bestehe aber - nota bene auf Bestreben der Armee hin - eine Abmachung, wonach in gewissen Einzelfällen die Armee und nicht die kantonale Behörde zuständig sei.

Die Abmachung komme unter anderem bei Entlassungen aus medizinischen Gründen oder bei einem Armeeausschluss zum Tragen. Die Regelung sei der mit dem Fall befassten Taskforce am Freitag nicht bewusst gewesen, sagte Reist. Man habe sich inzwischen mit der kantonalen Behörde getroffen und die Angelegenheit geklärt.

Wer es aber nun letztlich bei der Armee versäumt hatte, die Waffe des Mannes ordnungsgemäss einzuziehen, ist weiterhin unklar. Entsprechende Abklärungen sind laut Reist noch im Gang.