Polizist
Polizist muss für Ohrfeige büssen

Ein Zürcher Stadtpolizist, der einem renitenten Blaufahrer mindestens eine Ohrfeige verpasst hatte, ist verurteilt worden. Der Polizist bezeichnete sich als unschuldig.

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Gemäss Anklage hatte der heute 56-jährige Zürcher Stadtpolizist am 6. Oktober 2005 einen renitenten Schweizer Blaufahrer als Wachtchef einer Regionalwache in Zürich massiv körperlich attackiert. Er habe den Blaufahrer vor dem Polizeiposten zu Boden geworfen und ihm drei Ohrfeigen verpasst.

Danach soll er den Oberkörper des heute 47-jährigen Opfers mehrfach gegen einen Betonpfeiler geschlagen haben. Zudem habe er dem Geschädigten einen Faustschlag versetzen wollen, dabei dessen Kopf gestreift und mit der Faust in den Betonpfeiler geschlagen. Dabei habe sich der Polizist den Mittelhandknochen gebrochen.

Der Staatsanwalt stufte dieses Vorgehen als Amtsmissbrauch ein und forderte gestern vor dem Bezirksgericht Zürich eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 150 Franken und 1000 Franken Busse.

Der Polizist bezeichnete sich als unschuldig. Er habe dem Mann weder Ohrfeigen verpasst, noch diesen zu Boden gestossen. Es habe aber ein Gerangel gegeben, weil ihm der betrunkene Mann einen Tritt gegen das Schienbein verpasst habe.

Der Verteidiger des Stadtpolizisten verlangte Freispruch für seinen Mandanten. Das Gericht kam aber zu einem Schuldspruch. Es stufte mindestens eine Ohrfeige und den Faustschlag beim Betonpfeiler als erwiesen an, bei dem der Angeklagte den Geschädigten teilweise getroffen habe.
Die Richterin stützte sich auf Zeugenaussagen des Opfers und zweier Polizisten. Das Umstossen und mehrmalige Schlagen des Mannes gegen den Betonpfeiler sah das Gericht hingegen als nicht erwiesen an. Es verurteilte den Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 200 Franken sowie 1000 Franken Busse. (ap)

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