Die Mutter des toten Knaben wurde am vergangenen Samstag im Raum Emmental-Oberaargau festgenommen, wie die Kantonspolizei Bern am Mittwoch mitteilte. Die 20-jährige Schweizerin stand aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung im Verdacht, die Mutter des Säuglings zu sein.

Die Ermittler befragten die junge Frau mehrfach und führten in deren Umfeld umfangreiche Ermittlungen durch. Aufgrund von DNA- Untersuchungen ist nun gesichert, dass es sich bei ihr um die Kindsmutter handelt.

Baby wurde wohl Mitte Juni geboren

Die Spezialisten gehen davon aus, dass das Baby etwa Mitte Juni tot geboren wurde. Sie stützen sich auf die Aussagen der Mutter und die Untersuchungen der Behörden des Kantons Solothurn und des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern.

Noch am Sonntagabend wurde die Frau aus der Haft entlassen, wie die Kantonspolizei Bern weiter mitteilte. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen der Geburt und zum Verlauf bis zum Auffinden des Säuglings gehen weiter.

Im Schwemmgut entdeckt

Das Baby war am 1. Juli auf dem Gelände der Kompostieranlage Bellach in angeliefertem Schwemmholz gefunden worden. Das Neugeborene lag in einem Haufen Holz, der aus dem Rechen des Kraftwerks in Flumenthal stammt.

Der Kompostwart, der den grausigen Fund machte, sagte damals, dass er das Neugeborene beim Sortieren des Schwemmguts mit dem Trax gefunden habe. Darauf habe er sofort die Polizei alarmiert.