Nordirland

Polizei in Nordirland verhindert schweren Anschlag auf Wache

Experten sichern Spuren am Tatort

Experten sichern Spuren am Tatort

Die Polizei in Nordirland hat nach eigenen Angaben einen Anschlag auf eine Polizeiwache vereitelt. In einem Kleinlaster in der zweitgrössten Stadt Londonderry seien vier selbstgebaute Sprengsätze entdeckt worden, erklärte ein ranghoher Polizeibeamter am Montag.

Ein Teil des Daches des Wagens sei entfernt worden, damit die Bomben auf die Polizeistation hätten abgefeuert werden können. Die Sprengsätze waren den Angaben zufolge zündfähig.

Die Polizei verdächtigt nach eigenen Angaben "republikanische Dissidenten". Drei Männer im Alter zwischen 35 und 37 Jahren seien festgenommen worden, zwei davon noch vor Ort. Rund hundert Häuser in der Umgebung im Süden der Stadt wurden vorsichtshalber evakuiert.

Knapp am Desaster vorbei

Polizeichef Stephen Cargan erklärte, der geplante Anschlag sei vermutlich nur Minuten vor der Ausführung verhindert worden. Die Täter hätten zahlreiche Opfer in Kauf genommen.

"Es hätte einen Massenmord an Polizisten und schweren Schaden an Eigentum gegeben", sagte Cargan, der von einer "sehr besorgniserregenden Entwicklung" sprach. "Republikanische Dissidenten wollen uns in eine Zeit zurückbringen, in die niemand zurückkehren will."

Der Abgeordnete Gregory Campbell, der Ost-Londonderry im britischen Parlament vertritt, erklärte: "Wir waren nur zehn Minuten von einem Desaster entfernt."

In drei Jahrzehnten gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen London-treuen Protestanten und nach einem vereinten Irland strebenden Katholiken wurden in Nordirland rund 3500 Menschen getötet. Mit dem Friedensabkommen vom Karfreitag des Jahres 1998, das die Machtteilung zwischen Protestanten und Katholiken vorsieht, wurde der Nordirland-Konflikt weitgehend beendet.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1