Adrian Eng

Der 13-jährige Junge, der diese Woche kurz nach einem Unfall seinen Verletzungen erlegen ist, war mit einem Pocket Bike unterwegs. Eine Fahrlizenz für diese Mini-Motorräder erhält nur, wer zuerst medizinische und fahrerische Tests durchlaufen hat. Diese Tests werden vom ASPB durchgeführt.

99 lizenzierte «Pocketbiker» gibt es in der Schweiz. Der älteste ist 67 Jahre alt, der jüngste vier. Gefahren wird in vier verschiedenen Kategorien, die sich nach der Fahrfähigkeit der Biker richten. Ab vier Jahren kann man das Fahren des Mini-Töffs erlernen.

«Der Sport wird nach strikten Regeln und nur auf dafür vorgesehenen Strecken betrieben. Immer dazu gehört eine Schutzausrüstung», wie der Präsident des Pocketbike-Verbandes Jack Pauchard auf Anfrage von a-z.ch/news bestätigt. Diese nach internationalen Massstäben errichteten Regeln gelten auch für Trainingsfahrten, nicht nur für die 14 Rennen, die jedes Jahr stattfinden. Die offiziellen Rennen in der Schweiz werden in Lyss BE und Develier JU gefahren. Weitere Strecken findet man in Italien und Frankreich.

Dieses Jahr wird bereits die elfte Meisterschaft in der Schweiz ausgetragen. Noch nie, so Jack Pauchard, sei ein schlimmer Unfall passiert. Jedes Rennen wird von einem Rennkommissär begleitet. «Pocketbike ist ein sehr sicherer Sport, wir hatten noch nie grössere Verletzungen zu bekunden», sagt Pauchard weiter. Gefährlich sei es lediglich, ausserhalb der Strecke zu fahren, wie es diese Woche in Menziken eben der Fall war.

Auch in den Pocketbike-Internet-Foren stösst der Unfall auf Unverständnis. Dort rätselt man über die Unfallursache, vermutet Materialschäden oder Leichtsinn des Fahrers. «Pocketbikefahren nenn ich, wenn wir auf die Rennstrecke gehen» meint ein User. Ein Anderer meint, der Vorfall werfe ein falsches Licht auf den Sport. Und eines haben alle gemein: Sie trauern um den Tod des Jungen.