Unfall in Basel

Pneuladekran kippt bei neuem Kinderspital um - Gefahr ist noch nicht gebannt

Pneuladekran kippt auf Spitaldach

Pneuladekran kippt auf Spitaldach

Ein Pneuladekran der Oftringer Firma Senn ist in Basel auf der Kinderspital-Baustelle umgekippt. Sein Ausleger krachte auf einen Spital-Altbau und verletzte dort eine Frau. Das Ungetüm verlor das Gleichgewicht bei der Demontage eines festen Baustellenkrans. Noch ist die Gefahr nicht gebannt.

Der spektakuläre Unfall passierte um 9.15 Uhr auf der Hofseite des in Bau befindlichen Kinderspitals, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Während des Abbaus des Baukrans mit einem Pneukran, kippte dieser mit dem ausgefahrenen Ausleger rückwärts um. Dabei stürzte der Ausleger über das Dach eines Spitalgebäudes an der Klingelbergstrasse.

«Wir hatten grosses Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist», sagt Hans Georg Singer, Leiter des Basler Erziehungsdepartements gegenüber 20 Minuten Online.

120 schockierte Kinder

Zum Zeitpunkt des Aufschlags seien mindestens 80 Schüler und rund 40 Kindergärtner im Gebäude gewesen. «Sie haben einen Schock gekriegt, blieben aber unverletzt», sagt Signer. Weniger Glück hatte eine Angestellte der Kinderklinik. Die Frau befand sich just dann zufällig in einem Materialraum, der vom Kran getroffen wurde. Man brachte sie in die Notfallstation des benachbarten Universitätsspitals. Der Kranführer sei unverletzt geblieben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Sachschaden sei noch nicht beziffert.

Der an Dach und Fassade beschädigte Altbau wurde nach dem Unfall sicherheitshalber geräumt und nachmittags kurz vor vier Uhr wieder freigegeben. Einst beherbergte er die Entbindungsstation des alten Frauenspitals; heute enthält er unter anderem eine Forschungsabteilung.

Die Unfallursache ist gemäss Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt. Nachgebendes Terrain sei ebenso denkbar wie ein Bedienungsfehler. Am Morgen war es in Basel windig, laut Messtationen der Uni Basel wurden Böen bis 61 km/h registriert.

Laut einem Sprecher der Kranfirma wiegt der verunfallte Pneuladekran rund 70 Tonnen. Das grosse Fahrzeug war spektakulär senkrecht auf dem Heck zum Stillstand gekommen. Der Unfall sei der erste derartige in der 50-jährigen Firmengeschichte, sagte der Sprecher auf Anfrage.

Um das Umkippen des Restteils des Baukrans zu verhindern, wurde Am Dienstagnachmittag der noch verbliebene Gewichtsausleger durch eine Spezialfirma entfernt, so dass nun von diesem Restteil des Krans keine Gefahr mehr ausgeht. Die beiden evakuierten Gebäudeteile des Spitals bzw. des Pharmaziezentrums können ab sofort wieder betreten werden. Ebenso wurde die Sperrung der Schanzen- und Spitalstrasse aufgehoben. Diese angeordnete Verkehrssperrung führte zwangsläufig zu einem grossen Chaos, war doch nebst dem Individualverkehr auch der Öffentliche Verkehr stark von dieser polizeilichen Massnahme betroffen.

Das Gebäude wurde aufgrund der Einsturzgefahr evakuiert, sagt Signer. Die Vorschüler wurden in einen nahe gelegenen Kindergarten gebracht, die Schüler nach Hause geschickt. Für den Rest der Woche erhielten die Schüler frei, sie absolvieren stattdessen ein Praktikum. Ob der Unterricht am Montag wieder aufgenommen wird, ist noch unklar. «Wir müssen den Bericht über die Statik abwarten», sagt Signer. Sollte das Gebäude weiterhin einsturzgefährdet sein, werde man wohl die Schüler auf andere Schulhäuser verteilen müssen. Der Bericht über die Statik ist für Mittwoch angekündigt.

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