Bern

Nur einer der drei Könizer Prügel-Schüler hat die Matura geschafft

Die vier Schüler sollen im Februar auf einer Studienreise in Berlin ein Paar bedroht und beraubt haben. (Symbolbild)

Die vier Schüler sollen im Februar auf einer Studienreise in Berlin ein Paar bedroht und beraubt haben. (Symbolbild)

Nur einer der vier Gymnasiasten aus der Region Bern, welche im Februar auf einer Studienreise in Berlin ein Paar bedroht und beraubt haben sollen, hat kürzlich die Maturitätsprüfungen erfolgreich abgeschlossen.

Zwei Schüler fielen durch, einer konnte gar nicht antreten. Der Rektor des Gymnasiums Köniz-Lerbermatt, wo die vier zur Schule gehen, bestätigte am Montag auf Anfrage entsprechende Informationen der «Berner Zeitung» vom gleichen Tag. «Acht Wochen Schulausschluss sind eben doch nicht zu unterschätzen», sagt Rektor Hanspeter Rohr.

Das Maturitätszeugnis hat jener Schüler im Sack, welcher am wenigsten in den Vorfall von Februar im Berliner Quartier Prenzlauer Berg verwickelt war.

Drei der vier Gymnasiasten konnten die Schule während acht Wochen nicht besuchen, der am meisten in den Vorfall verwickelte während zwölf Wochen nicht. Der am wenigsten beteiligte Schüler - der erfolgreiche Maturand - hätte eigentlich nur vier Wochen von der Schule ausgeschlossen werden sollen. Doch fiel dieser zweitinstanzliche Entscheid zu einem Zeitpunkt, als er schon acht Wochen weg gewesen war.

Nicht zur Matura antreten konnte der am meisten in den Fall verwickelte Schüler, weil er aufgrund des zwölfwöchigen Schulausschlusses zu lange gefehlt hatte.

Treffen Pulver - Lehrerschaft

Die Schulkommission des Könizer Gymnasiums verhängte ursprünglich gegen alle vier Schüler einen Schulausschluss von zwölf Wochen mit der Begründung, die vier hätten in Berlin gegen die Regeln der Schule verstossen.

Der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver reduzierte dann aber im Mai drei dieser vier Strafen. Das stiess bei der Mehrheit der Lehrerschaft des Könizer Gymnasiums auf Unverständnis.

In einem in der letzten Ausgabe der Zeitung «Berner Schule» erschienenen offenen Brief an Pulver und an den Präsidenten der Maturitätskommission kritisieren 105 von 140 Lehrkräften der Lerbermatt diese Entscheide. Die Maturitätskommission wird kritisiert, weil sie entschied, dass drei der vier Schüler zahlreiche verpasste Prüfungen nachholen dürfen.

In der laufenden Woche nimmt nun Pulver an der Lehrerkonferenz des Gymnasiums teil, um den Fall zu besprechen. (sda)

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