Gemeinderatswahl
Nun doch noch ein offizieller Kandidat

Zuerst wollte niemand den frei werdenden Schulpflegesitz in Oberengstringen. Doch kurz vor der Wahl wird es noch spannend. Die SP Oberengstringen empfiehlt den parteilosen Claudio Piovesan.

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Claudia Trüb

Claudia Trüb

Limmattaler Zeitung

Bettina Hamilton-Irvine

Bis vor wenigen Tagen standen für die am Sonntag angesetzte Schulpflege-Ersatzwahl keine Kandidaten zur Verfügung. Doch nun scheinen sich die Ereignisse förmlich zu überschlagen.

Nachdem am Dienstagabend ein eilig gegründetes Komitee «Pro Tanja Seiler» die FDP-Präsidentin zur Wahl empfahl, welche aber betonte, sie kandidiere nicht, fand sich gestern auf der Webseite der SP Oberengstringen eine von Gemeinderätin Käthi Mühlemann platzierte Nachricht: Die SP habe «in letzter Minute» einen Kandidaten gefunden. Dabei handelt es sich um den 1968 geborenen technischen Sachbearbeiter Claudio Piovesan. Auch auf der Webseite der Schule Oberengstrinen wird Piovesan zur Wahl empfohlen.

Gemeinderatswahlen

Nebst der Ersatzwahl für den Schulpflegesitz findet diesen Sonntag ebenfalls die Ersatzwahl für einen Gemeinderatssitz statt - bedingt durch den Rücktritt des FDP-Gemeinderats und Sozialvorstandes Hanspeter Seiler. Die FDP will ihren Sitz verteidigen - und ist die einzige Partei, die eine Kandidatin aufgestellt hat. Die 46-jährige Claudia Trüb (Bild) ist seit zehn Jahren Mitglied der reformierten Kirchenpflege, davon sieben Jahre als Präsidentin. Trüb wohnt seit elf Jahren in Oberengstringen und ist Mutter von drei Töchtern. (BHI)

Mühlemann bestätigt, dass der parteilose Piovesan offziell von der SP portiert werde. Sie habe ihn angefragt, da er eine ideale Neubesetzung für das Ressort Liegenschaften wäre.

«Ich scheue den Aufwand nicht»

Das scheint auch Schulvorstand André Bender so zu sehen. Er hätte bereits vor einigen Tagen Gespräche mit Piovesan geführt, der prädestiniert für die Aufgabe sei. Aus diesem Grund sei ihm die Aktion des Komitees «Pro Tanja Seiler» unpassend erschienen: «Ich wollte keine solche Blitzaktion - das hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Die Leute sollten das Profil einer Person im Vorfeld der Wahl präsentiert bekommen.» Lieber hätte er nach dem 5. Juli eine stille Wahl organisiert, so Bender. Doch nun sei halt plötzlich alles sehr schnell gegangen.

Schnell gegangen ist es auch für Piovesan: «Es war mir schon länger ein Anliegen, mich für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stellen zu können», so der Sachbearbeiter, der bei einer Elektrofirma arbeitet. «Dass sich die Möglichkeit so schnell anbietet, hätte ich nicht gedacht.» Die Schulpflege interessiere ihn, da er selber zwei Kinder habe, da ihm die Qualität der Schule wichtig sei und da er das Bedürfnis habe, sich dafür einzusetzen. Es sei ihm bewusst, dass der Zeitaufwand für die Position relativ gross sei, meint Piovesan, der in Schlieren aufgewachsen ist und seit sieben

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