Gewaltverbrechen
Neue DNA-Spur: Mordfall in Sachsen nach 29 Jahren aufgeklärt

Nach fast 30 Jahren ist im deutschen Bundesland Sachsen der Mord und die Vergewaltigung an einer 18-Jährigen aufgeklärt worden. Ein 60-jähriger Mann aus dem thüringischen Gera ist bereits im März verhaftet worden, wie die sächsische Polizei aus Zwickau mitteilte.

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Heike Wunderlich: Die junge Frau wurde 1987 Opfer eines Gewaltverbrechens.

Heike Wunderlich: Die junge Frau wurde 1987 Opfer eines Gewaltverbrechens.

Polizei Zwickau / Screenshot MDR

Die 18-jährige Heike Wunderlich war in der Nacht vom 9. zum 10. April 1987 in einem Waldstück in der Nähe von Plauen (Sachsen) in der damaligen DDR vergewaltigt und erdrosselt worden.

Wunderlich, die damals als Stickerin arbeitete, hatte sich an jenem Tag gegen 21.45 Uhr – der Regen liess nun nach – von einer Freundin in Plauen verabschiedet. Mit ihrem roten Moped brach sie nach Hause auf – sie wohnte im Nachbardorf Altensalz. Nach zirka acht Minuten Fahrt kam sie in einem Waldstück an.

Dort hatte ihr Moped einen Defekt, so dass sie es nach Hause schob. Davon ging die Polizei wegen Zeugenaussagen aus. Dabei muss sie ihrem Mörder begegnet sein. Zu Hause kam sie nie an.

Das Moped von Heike Wunderlich

Das Moped von Heike Wunderlich

Polizei Zwickau

Die Angehörigen schlugen am nächsten Morgen Alarm. Ein Grenzsoldat fand das Opfer noch am selben Tag in einem Waldstück. Heike Wunderlich lag auf dem vom stundenlangen Regen aufgeweichten Boden. Das Moped lag nur sieben Meter neben der Leiche auf dem Waldboden. Die Kleider der jungen Frau lagen verstreut in der Nähe. Kriminaltechniker können weder Fuss- noch Reifenspuren sichern. Ob Heike Wunderlich im Wald starb oder vom Täter erst später hier abgelegt wurde, konnte nicht vollends geklärt werden.

Nach 29 Jahren haben nun neue DNA-Untersuchungen nach modernsten kriminaltechnischen Methoden auf eine neue Spur geführt. Experten des Landeskriminalamts Sachsen konnten eine männliche, bislang unbekannte DNA-Spur extrahieren, die sie mit der bundesweiten DNA-Datei abglichen. Die Ermittler landeten einen Treffer: Der 60-Jährige war in der Datei bereits wegen anderer Straftaten registriert. Im Tatjahr 1987 bestand die Möglichkeit noch nicht, den genetischen Fingerabdruck von Tätern zu bestimmen.

Wegen des dringenden Tatverdachts wurde der Mann am 16. März festgenommen. Aufgrund seines Gesundheitszustands wurde in ein Gefängnisspital nach Leipzig gebracht. Laut der Zeitung «Freie Presse» ist der 60-Jährige bisher nicht geständig. Nach der Festnahme sagte er, dass er Heike Wunderlich nicht gekannt habe.

Der Mann aus Gera lebte zur Tatzeit in Plauen. Er war mehrfach vorbestraft und hat vor 20 Jahren einmal im Gefängnis gesessen. Er war mit der Tat bisher nicht in Verbindung gebracht worden. (pz/sda)

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