Nach Unfall in Bettwil: Feuerwehr muss Ersatz selber finanzieren

Das Auto, mit dem am Montag drei Feuerwehrmänner in Bettwil verunfallt sind, hat Totalschaden. Weil das Feuerwehrauto schon 21 Jahre alt und abgeschrieben war, zahlt die Versicherung nichts mehr. Für die Feuerwehr Oberes Seetal ist das eine grosse Herausforderung.

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Feuerwehrauto nach Unfall in Bettwil

Feuerwehrauto nach Unfall in Bettwil

Aargauer Zeitung

Von Toni Widmer

«Die Hauptsache ist, dass es unseren verunfallten Kollegen den Umständen entsprechend wieder gut geht. Wir sind froh, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist», sagt Fritz Ganath, der Kommandant der Feuerwehr Oberes Seetal und verweist auf das demolierte Atemschutzfahrzeug. Jetzt, wo er weiss, dass die verletzten Kameraden mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder ganz gesund werden, kann er sich auch um den roten Kleinbus kümmern, mit dem die drei Feuerwehrleute am Montagabend in Bettwil verunglückt sind.

Das Fahrzeug hat Totalschaden und die Feuerwehr Oberes Seetal deshalb ein Problem. «Der Mazda war schon 21 Jahre alt und von seinem Verkehrswert her abgeschrieben. Deshalb gibt es für das Wrack von der Versicherung auch kein Geld mehr. Wir müssen ein Ersatzfahrzeug vollumfänglich selber finanzieren», erklärt Fritz Ganath. Gleichzeitig legt er aber Wert auf die Feststellung, dass der verunfallte Mazda zum Zeitpunkt des Unfalls absolut verkehrstauglich gewesen ist: «Das Auto war technisch und optisch in einem hervorragenden Zustand. Es verfügte einzig noch nicht über Airbags, welche bei neueren Fahrzeugen zum Standard gehören.»

Unfall auf Übungsfahrt

Auf einer Übungsfahrt wurde das Atemschutzfahrzeug der Regionalfeuerwehr Oberes Seetal am Montagabend in einen Unfall verwickelt. Ein Auto kam dem Feuerwehrfahrzeug kurz vor Bettwil auf der falschen Strassenseite entgegen. Drei Feuerwehrleute sowie die Beifahrerin des entgegenkommenden Wagens wurden verletzt. (to)

Dass die Aargauer Feuerwehren keineswegs mit gefährlichen alten Kisten unterwegs sind, bestätigt auch Urs Ribi, Chef Abteilung Feuerwehrwesen der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV): «Feuerwehrfahrzeuge haben zwar laut unseren Richtlinien eine Amortisationszeit von 20 bis 25 Jahren. Sie werden aber nicht nur periodisch vom Strassenverkehrsamt auf ihre Verkehrstauglichkeit überprüft, sondern im Rahmen der regelmässigen Inspektionen auch von unseren Experten kontrolliert.» Ribis Stellvertreter Karl Meier hält fest, dass der Fahrzeugpark der Aargauer Feuerwehren schweizweit zu den modernsten gehöre: «Das ist nicht zuletzt eine Folge der Fusionen. Da wurden verschiedentlich ältere Fahrzeuge ausser Dienst gestellt und damit ist das Durchschnittsalter gesunken.»

Die Verkehrssicherheit der Feuerwehrfahrzeuge, sagen Ribi und Meier unisono, sei der eine, die Verkehrssicherheit der Fahrer der andere Aspekt. «Wir legen grossen Wert auf eine gute Ausbildung der Chauffeure. Das beste und sicherste Fahrzeug nützt nichts, wenn es nicht sicher bewegt wird.» Das bestätigt auch Fritz Ganath: «Wir fahren zwar mit Blaulicht und Sirene zu den Einsätzen. Aber dabei gilt das Motto: «Es geht nicht darum, zu einem Brandplatz zu rasen, es geht darum, dort sicher anzukommen.»

Im Oberen Seetal muss man das vorderhand ohne Atemschutzfahrzeug tun. Die Ersatzbeschaffung für das Unfallwrack ist nicht einfach. Zum einen, weil dafür in den Budgets der drei Trägergemeinden Fahrwangen, Meisterschwanden und Bettwil kein Geld reserviert ist. Der Mazda hätte laut der aktuellen Ersatzplanung erst 2013 ersetzt werden sollen. Zum andern aber auch, weil von der AGV keine Subventionen zu erwarten sind. Der Feuerwehr Oberes Seetal steht gemäss ihrer Ausrüstungsklasse kein solches Fahrzeug zu. Urs Ribi und Karl Meier sind aber überzeugt: «Wir werden zusammen mit der Feuerwehr sicher eine gute Lösung finden.» Fritz Ganath seinerseits ist sicher, dass auch die Trägergemeinden ihre regionale Feuerwehr in dieser Situation nicht im Stich lassen.