Schiesserei
Nach tödlichen Schüssen: Polizei hat von zweitem Mann keine Spur

Bei einer Fahrzeugkontrolle der Kantonspolizei Schwyz ist am Mittwochmorgen in Rickenbach ein 24-jähriger Moldawier erschossen worden. Die Polizei sucht mit Hochdruck einen zweiten Moldawier, der fliehen kommen. Bisher ohne Erfolg.

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Die Schwyzer Polizei ist mit einem Grosseinsatz auf der Suche nach einem mutmasslichen Verbrecher

Die Schwyzer Polizei ist mit einem Grosseinsatz auf der Suche nach einem mutmasslichen Verbrecher

Keystone

Eine Patrouille mit zwei Polizisten habe um 6 Uhr auf der Ibergereggstrasse ein als gestohlen gemeldetes Auto kontrolliert, sagte Staatsanwalt Paul Schmidig auf einer Pressekonferenz am Abend. Dabei sei es mutmasslich zu einer Schussabgabe der Polizei gekommen. Ein 24-jähriger Moldawier wurde dabei erschossen.

Das Auto, ein schwarzer VW Caravelle, wurde am Vortag in einem anderen Kanton geklaut. Die Polizei habe entsprechende Informationen gehabt, dass sich das Auto am frühen Mittwochmorgen auf der Ibergereggstrasse befinde. Eine Patrouille sei ihm «gezielt gefolgt» und habe das Auto auf Höhe der Baustelle beim Restaurant Windstock angehalten, um die Insassen zu kontrollieren.

Zum genaueren Hergang wollte Schmidig keine Angaben machen. Dieser sei Gegenstand der Untersuchungen. Die Behörden gaben auch keine Auskunft dazu, ob die beiden Insassen des Personenwagens bewaffnet gewesen waren oder nicht.

Viele offene Fragen

Der erschossene Moldawier war zur Verhaftung ausgeschrieben - wieso, wollte die Polizei ebenfalls nicht sagen. Wer sein Begleiter war, ist gemäss der Ermittlungsbehörden nicht bekannt.

Nach dem Geflohenen wurde eine Grossfahndung mit rund hundert Einsatzkräften eingeleitet. Die Polizisten wurden von Hunden und einem Helikopter unterstützt. Die Ibergereggstrasse war den ganzen Tag gesperrt. Es sei wichtig, dass der flüchtige Mann zum Tathergang befragt werden könne, sagte Schmidig.

Tödliche Schiesserei auf der Ibergeregg nach wilder Verfolgungsjagd
15 Bilder
Der Mann ist weiter auf der Flucht
Kantonspolizist kontrolliert mit Maschinenpistolen bewaffnet den Verkehr
Ein Täter ist weiter auf der Flucht
Kantonspolizei führt Verkehrskontrollen durch
Die Polizei sucht überall nach dem Flüchtigen
Ein Fahrzeug wird von der Schwyzer Polizei abgeführt
Schiesserei auf der Ibergeregg: Polizei war mit Grossaufgebot vor Ort.
Tödliche Schüsse auf dem Weg zur Ibergeregg. Im Bereich «Windstock» (roter Kreis) kam es zu den Schiesserei.
Polizei hat die Ibergeregg für jeglichen Privatverkehr abgesperrt.
Auch ein Polizeihelikopter kommt zum Einsatz.

Tödliche Schiesserei auf der Ibergeregg nach wilder Verfolgungsjagd

Newspictures/Johannes Dietschi

Letztes Mittel

Polizeikommandant Lorenzo Hutter sagte, von der Dienstwaffe werde nur als letztes Mittel Gebrauch gemacht. Er sei tief betroffen, dass es zu dem Todesfall gekommen sei. Die beiden Polizisten würden professionell betreut.

Nach Angaben der Behörden war das Auto kurz zuvor ausserhalb des Kantons Schwyz als gestohlen gemeldet worden. Die Polizei erhielt Hinweise, dass der Wagen auf der Ibergereggstrasse unterwegs sei und führte deshalb dort eine Kontrolle durch. Eine Verfolungsjagd habe es aber nicht gegeben, sagte Schmidig. Die Ibergereggstrasse wurde gesperrt.

Die Polizei geht davon aus, dass der Flüchtige durchnässt und schmutzig ist. Sie fahndet nach einem 30- bis 35-Jährigen mit kurzen hellen Haaren und einer dunklen Jacke. Zur Klärung des Tathergangs zogen die Behörden das forensische Institut Zürich, das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich und die Zuger Polizei bei. (sda/rsn)