Seon
Nach schwerem Unfall: Wann werden Übergänge endlich sicherer?

Ein 17-jähriger Rollerfahrer wollte einen ungesicherten Bahnübergang überqueren und wurde dann bei der Seetalstrasse von der Bahn erfasst. Er wurde schwer verletzt. Doch wann wird endlich reagiert und die Bahnübergänge sicherer gemacht?

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Seetalbahn erfasst Rollerfahrer

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Man mag beinahe sagen: «Schon wieder!» - denn schon wieder kollidierte ein Fahrzeug auf einem der zahlreichen ungesicherten Aargauer Bahnübergänge mit einem Zug. Im aktuellen Fall vom Montagabend wurde ein Rollerfahrer von der Seetalbahn erfasst. Diese schleifte den Jugendlichen meterweit mit, bis der Zug schliesslich zum Stillstand kam.

Der Unfall ereignete sich am Montagabend um 19.15 Uhr in Seon, rund hundert Meter nördlich des Bahnübergangs bei der Einmündung der Aarauerstrasse in die Seetalstrasse.

Unter noch ungeklärten Umständen fuhr der 17-jährige Rollerfahrer von einem Hausvorplatz auf einen ungesicherten Nebenübergang, um auf die Seetalstrasse zu gelangen. Dabei muss der Jugendliche den aus Richtung Zentrum herannahenden Zug übersehen haben.

Der Lokführer betätigte umgehend das Hornsignal und leitete eine Vollbremsung ein. Dennoch erfasste er den Rollerfahrer. Der Jugendliche zog sich schwere Verletzungen zu und musste mit der Ambulanz ins Kantonsspital Aarau gefahren werden.

Unfälle in Seon sind nicht selten

Immer wieder kommt es auf der Seetalbahn-Strecke zu vergleichbaren Unfällen: Erst vor einer Woche, am 10. Januar, übersah ein 32-Jähriger mit seinem Auto im Morgenverkehr die Seetalbahn und wurde bei der Kollision mittelschwer verletzt.

Im vergangenen Jahr kam es in der Region zu einer Handvoll solcher Unfälle. Im Frühsommer übersah eine junge Frau mit ihrem BMW die Seetalbahn, sie verletzte sich mittelschwer. Und Ende August missachtete ein 50-jähriger Töfffahrer das verhältnismässig schlichte SBB-Blinklicht, als er frontal von der Seetalbahn erwischt wurde und wie durch ein Wunder nur einen Fussbruch
davontrug.

Bund führt Sanierungsprogramm

Doch wann werden die Bahnübergänge endlich sicherer? Die Diskussion zur Sicherheit von Bahnübergängen ist seit Jahren im Gang. Erst per Dezember 2010 wurde auf der WSB-Strecke zwischen Aarau und Suhr der Zug von der Strasse auf das alte SBB-Trassee verlegt, um nicht zuletzt die Sicherheit im Strassenverkehr zu erhöhen.

Der Bund lancierte hierfür ein Projekt zur Sanierung von Bahnübergängen. Das Programm, das «höchste Priorität» geniessen soll, sieht laut Baudepartement des Kantons Aargau vor, dass ungesicherte Bahnübergänge bis spätestens 2014 saniert werden - auch Übergänge der Seetalbahn und der WSB. (sha)