Neonazi-Morde

Mutmasslicher Neonazi-Helfer gesteht Waffenlieferung

Die ausgebrannte Wohnung der Täter im ostdeutschen Zwickau (Archiv)

Die ausgebrannte Wohnung der Täter im ostdeutschen Zwickau (Archiv)

Ein mutmasslicher Helfer der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle hat gestanden, die wichtigste Tatwaffe der Rechtsextremen geliefert zu haben. Das erklärte sein Anwalt am Donnerstag.

Bei der Handfeuerwaffe samt Schalldämpfer habe es sich "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" um die Pistole vom Typ Ceska gehandelt, welche bei neun Morden an Geschäftsleuten ausländischer Herkunft verwendet worden sein soll.

Die Pistole war in der ausgebrannten Wohnung der Täter im ostdeutschen Zwickau gefunden worden. Die Ermittler fanden heraus, dass die Waffe aus der Schweiz stammt. Auch in der Schweiz laufen deshalb Ermittlungen.

Der Erklärung seines Anwalts zufolge war der Verdächtige von Herbst 1998 bis Sommer 2000 Kontaktperson zwischen den untergetauchten Mitgliedern der Zwickauer Terrorzelle und dem ehemaligen NPD-Funktionär Ralf Wohlleben, der ebenfalls als mutmasslicher Helfer der Gruppe in Untersuchungshaft sitzt.

Wie der deutsche Generalstaatsanwalt Harald Range sagte, hat der 31-Jährige in den Vernehmungen umfangreiche Angaben gemacht. Er habe sich zu seinem eigenen Tatbeitrag geäussert und glaubhaft versichert, dass er sich schon vor Jahren aus der rechtsextremistischen Szene gelöst habe.

Nach Angaben seines Anwalts soll der mutmassliche Terrorhelfer bei der Lieferung der Waffe nicht gewusst haben, dass das Trio Straftaten geplant oder durchgeführt hatte. Davon habe er erst im November vergangenen Jahres erfahren.

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